On the Wallaby... oder Alle Wege sind weit in Australien

 


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54. Tag  SYDNEY und mein Geburtstag

Heute ist Public Holiday und mein Geburtstag.
In den Grünanlagen an der Promenade und oberhalb der Klippen stürmten schon eine ganze Menge Leute mit Kind und Kegel, Sack und Pack und Oma und Opa die Picnic Areas und ließen sich häuslich nieder wo gerade Platz war. Heute ist schließlich Feiertag, wie immer schönes Wetter und alles, was Beine hat, sucht die zahlreichen Picnic Plätze auf.
Überall gibt es genügend Toilets und fließendes Wasser, das zum Teil sogar heiß aus dem Wasserhahn kommt- für den obligatorischen Tee.
Wir machten einen Rundgang und ich bestaunte dieses Spektakel. Das Getümmel auf den kurzgeschorenen Rasenflächen glich einer Belagerung. Kinder tobten und krakelten, Hunde kläfften, einige Radios plärrten, die Leute waren fröhlich, lachten und hatten riesigen Spaß bei  Ball- und anderen Spielen. Es wurde gegrillt, Witze flogen hin und her, Väter tollten und balgten sich mit ihren Sprösslingen herum und jeder schien jeden zu kennen. Die Leute scheinen wirklich diesen Feiertag zu feiern.
Mittags war Claudia mit Pauline im Hotel verabredet, die dann mit einstündiger Verspätung endlich eintrudelte. Pauline ist Halbblut Aborigine, Mitte Zwanzig und Produzentin. Zum Glück wachen jetzt die Aborigines auf und es gibt mittlerweile einen Aborigines- Sender und Filmfirmen, die sich den Belangen der eigenen Leute widmen. Jugendarbeit steht ganz oben, es werden auch Fernsehspiele und Filme produziert. Die Halbblut- Aborigines haben aber bei ihren eigenen Leuten einen schweren Stand, müssen 1000- prozentige Arbeit liefern, um überhaupt anerkannt zu werden. Sie sind eben auch ´Weiße´. Aber gerade diese sind es, die den Ureinwohnern zu ihren Rechten verhelfen können. Endlich, nach 200 Jahren ´Weißer´ (Terror) Herrschaft.
Wahr ist, wenn das Land nicht von den Weißen annektiert worden wäre, würde kaum ein Mensch Australien kennen. Sich mit den Methoden Raub, Mord, Diebstahl und Versklavung der Urein-wohner das Land anzueignen, war bestimmt nicht die ´feine englische Art´.
Ich ging allein zu unserem Lieblingsplatz auf den Klippen, südlich der Coogee Beach bei der Grünanlage TRENERRY Reserve und genoss die warme Sonne, den schönen Blick auf das kleine, vorgelagerte Hochzeitsinselchen – WEDDING CAKE ISLAND – und den herrlichen, dunkelblauen Ocean.


9.Juni auf unserer Lieblingsklippe

Hm… ja… es wäre ja auch möglich… hm… warum eigentlich nicht… ja… jawohl… ich könnte doch glatt auch hier meine… äh… Rente verleben. Wandern kann man von früh bis spät, Strand und Meer sind auch da, die Busse sind billig, sie fahren in alle Himmelsrichtungen und zu sehen gibt es auch eine Menge… Na ja… beschaulicher ist es ja in Burleigh Heads an der Gold Coast… und das Leben ist da auch preiswerter… und der kilometerlange Strand… nein, nein… es ist schon besser, wenn ich dort mein Rentenleben lebe… aber theoretisch…
Über diesen Überlegungen bin ich doch glatt eingenickt… übte ich etwa schon für meine Zukunft??
Möwengekreische holte mich wieder in die Realität zurück. Die Sonne stand jetzt schon wieder ziemlich tief, hatte ich doch tatsächlich fest geschlafen. Von Weitem sah ich Claudia mit einer braunen Tüte unter dem Arm, flotten Schrittes den Weg entlang kommen.
Na so was, sie brachte eine gut gekühlte Flasche Sekt und eine Tüte Peanuts mit, und die Plastikbecher hatte sie auch nicht vergessen. Prost… hoch sollst du leben… Prost auf dich… du Geburtstagskind… alles Gute für dich…
Die Möwen bekamen ihren Anteil an den Nüssen und die Flasche war viel zu schnell leer.


Gefräßige Möwen

Und plötzlich… schau mal… ich glaube es nicht… aber tatsächlich… die Wale waren auch wieder da. Sicher wollten sie mir auch zum Geburtstag gratulieren und ihre weißen Atemfontänen stiegen besonders hoch in den Himmel. Ein ganz besonderes, schönes und seltenes Geburtstags-erlebnis.
Es frischte etwas auf, die Meeresbrise entwickelte sich zum kühlen Wind und wir verließen unsere Klippe.
Oha… was habe ich gestaunt. Die zum Teil schon verlassenen Picnic Plätze boten uns einen unglaublichen Anblick. Es muss ein Tornado, der Unrat aller Art vor sich hertreibt, hier sein Unwesen getrieben haben. Unter Tischen und Bänken, auf den Wiesen, in den Büschen, auf den Wegen und in den Toilets lagen die Reste eines riesigen Picnic Gelages herum. Abfallkübel quollen über, abgenagte Knochen und voll-geschissene Pampers, gaben ein säuisches Stielleben ab. Leere Flaschen und Dosen türmten sich zu Bergen und wenn man nicht aufpasste, trat man auch noch in einen Hundehaufen.
Diese kollektiven Gelage sind hier ganz normal. Jeder lässt seinen Unrat liegen, wo er liegt und geht zufrieden und happy wieder nach Hause. Ja, so ist das!!! Am nächsten Tag in der Früh treten die Putzgeschwader in Aktion. Der Müll wird zusammengerecht und kommt in Container, die Toilets werden geschrubbt und mit Wasser-schläuchen ausgespritzt, die Grillplatten werden blank gescheuert und dann kann der nächste Public Holiday gefeiert werden.
So ist das, die einen bezahlen und machen Dreck, die anderen kassieren und machen den Dreck wieder weg. Ja, wo liegt denn da das Problem?
Im Biergartenlokal wartete die ´nette Beobachtung´ vom Tag vorher, auch noch auf uns…
An einer Theke kauft man ein großes, dickes, rohes Stück T-Bone-Steak, dazu gibt es Stangen-weißbrot. An einer Salatbar kann man sich reichlich bedienen. Das alles für $10.-. Dann geht man in den Nebenraum, sucht sich einen Tisch, stellt die Salatschüssel ab und begibt sich an den großen Gemeinschaftsgrill, der ungefähr 3x2m misst. An einer Seite des Grills stehen Salz, Pfeffer, Grillgewürze und Soßen in allen Variationen. Über dem Grill hängt eine ebenso große Abzugshaube und darüber befindet sich eine riesige, feste Zeltplane, die das Dach des Raumes ausmacht.
Wir fanden einen Tisch in der Nähe des Grills, um unsere präparierten Fleischtrümmer im Auge behalten zu können. Während das Fleisch grillt, kauft man an der Bar das Bier, sitzt gemütlich am Tisch, wendet gelegentlich das Fleisch und harrt der Dinge.
Es ist sehr vergnüglich, die ´Mitgriller´ zu be-obachten. Es entspinnen sich lustige Gespräche, es wird viel gelacht und das Bier fließt reichlich. Es sind hauptsächlich junge Leute, die einen un-geheuren Hunger und Durst haben. Kurzweilig zu beobachten, wie die verschiedenen Typen mit ihrem rohen T-Bone-Steak umgehen.
Da gibt es die, die eine nicht besonders heiße Stelle am Grill suchen. Andere, die das Fleisch einfach irgendwo hinschmeißen, Hauptsache es wird gar. Wieder andere, die gehackten Knoblauch auf das Fleisch häufeln und sich wundern, dass beim Wenden der Knoblauch in die Glut fällt. Dann gibt es die besonders Hungrigen, die gleich zwei Steaks aufliegen haben. Manche vergessen auch ihr Fleisch und plötzlich fängt das Stück an zu brennen.
Etliche schwankten schon bedenklich, wegen des vielen Bieres und griffen sich das erste Steak, was sie erwischen konnten. Ernstliche Rangeleien haben wir nicht erlebt. Es war eine lockere, friedliche und freundliche ´Familienfete´. Keiner ist dem anderem gram, und so manches Stück Fleisch wechselte seinen Besitzer. Aber das ist sowieso egal, weil die Stücke alle gleich groß sind. Es gibt auch Putenschnitzel, die aber durch Farbe und Größe selbst einem, der schon doppelt sieht, auffällt.
Und dann waren unsere T-Bone-Steaks fertig. Gierig schlugen wir unsere Gebisse in dieses köstliche Fleisch. Kein Gramm Fett daran, butterweich und von einem Geschmack, man kann es nicht beschreiben. Das Stangenweißbrot haben wir auch gegrillt und mit den knackigen Salaten war es ein wunderbares Geburtstagsmahl.
Spontan dachte ich daran, so etwas in unserem Lande aufzuziehen. Ich wette, dass dies bei unseren jungen Leuten einschlagen würde wie eine Bombe. Doch dann dachte ich weiter und bin zu dem Schluss gekommen: das ist bei uns nicht machbar. Erstens: gibt es kein Fleisch von dieser Qualität, und wenn es dieses gäbe, wäre es…
Zweitens: zu teuer.
Drittens: würde bald mit Maßkrügen und Gläsern herum geschmissen, und…
Viertens: rückt uns schneller das Gesundheitsamt auf den Pelz, als das erste Steak gar würde, und…Fünftens: ist da noch das Klima, und…
Sechstens: ist Old Germany nicht Australien.
So, lassen wir es sein, und werden uns immer wieder gerne an diesen Abend in diesem australischen Biergartenlokal erinnern.
Noch ein kleiner Verdauungsspaziergang, an der einsamen Hotelbar bei leiser Musik noch ein Glas Rotwein genossen und wir ließen meinen Geburtstag ausklingen.
Ich bin mal wieder ein Jahr älter geworden…

55. Tag SYDNEY

Auch heute wieder ein Traumwetter, so richtig schön zum Klippenwandern. Diesmal gingen wir in die andere Richtung, also südlich von Coogee Bay. In Süd Coogee sind die Häuser bis fast an die Kippen heran gebaut.


Bei Flut kann man hier nicht gehen

Zur Meerseite hin mit großen Panoramafenstern und, am Hang hinauf gebaut, versperrt keiner dem anderen die Sicht. Es ist ein luxuriöses Viertel mit verwunschenen Gärten und teuren Limousinen vor den Toren.
Wir gingen durch ein paar Villenstraßen und kamen kurz vor der LURLINE Bay wieder an die Klippen. Die Klippen steigen jetzt an und wir befanden uns am MISTRAL Point.

Mistral Point

 
...da geht es aber tief nach unten

Eine gigantische Felsformation, die protzig der wilden Meeresbrandung trotzt. Da heute wieder Werktag ist, sind wir so gut wie alleine auf weiter Flur und können so richtig die Natur genießen.
Plötzlich piepte ein Handy, wir schauten uns um, und siehe da, da saß ein einzelnes Mädchen auf der Klippe und telefonierte. Es war irgendwie seltsam, die Einsamkeit, der Wind, die Brandung, die gegen die Felsen donnerte, und ein Handy, was dieses Zusammenspiel der Natur störte. Und doch war es komisch, denn selbst hier oben holte uns die Technik ein.
Wir marschierten durch den JACK VANNY MEMORIAL Park, der in die MAROUBRA Bay übergeht. Diese lang gezogene Sandbucht sah ein bisschen ungepflegt und verwahrlost aus, die Häuser waren etwas schäbig, es scheint dass hier nur im Sommer einiges los ist. Wir waren hier fast auf der Höhe des Sydney Airports (Luftlinie), der mit seinen Start- und Landebahnen weit in die BOTANY Bay hinein reicht. Aber trotzdem ließen wir uns am Strand nieder und aßen ein süßes Stück, was wir in einem schmuddligen Laden erstanden hatten. Claudia machte ein Nickerchen, ich glotzte auf das Meer und hing meinen Gedanken nach…
Was habe ich alles gesehen und erlebt… die vielen unterschiedlichen Regionen… den Ayers Rock und die Olgas im heißen, roten Herzen des Kontinents… die tropische Küste… die herrlichen Buchten… das faszinierende Barrier Reef… den Rainforest… die Kangaroos… das trockene, unwirkliche Outback… die verstaubten Gravel Roads… die Flüsse… und die Begegnungen mit Forschern aus einer längst vergangenen Zeit… die Mystik der Ureinwohner…die freundlichen…äh… was… das ist ja… na so was… ich glaube, ich spinne… nein, das gibt es doch nicht…
Jäh wurde ich aus meinen Gedanken heraus gerissen… sie sind wieder da… und so verdammt nah… die Wale!!!
Rechts, hinter dem Ende der Maroubra Bay tauchten die ersten Atemfontänen der Buckelwale auf. Riesige schwarze Schwanzflossen peitschten das Meer. Ich konnte es nicht fassen, dass wir dieses unbeschreibliche Glück hatten, so häufig und so deutlich dieses Spektakel zu erleben.
Ich glaubte bald, dass diese riesenhaften Tiere nur wegen uns so nah an der Küste vorbeikamen. Es sind wieder 5-6 Stück, die dicht beieinander schwimmen und mit den Wellen zu spielen scheinen.
Claudia schreckte von ihrem Nickerchen hoch und konnte es kaum fassen. Es hielt uns nichts mehr hier am Strand. Es war auch etwas kühler ge-worden und Zeit, den Rückweg anzutreten.
Die Wale begleiteten uns und schienen fröhlich zu uns herüber zu schauen. Oder begleiteten wir die Wale? Ach, es ist ja auch egal. Hauptsache ist, dass wir vor unserer Abreise noch einmal diese wunderbaren Meeresriesen zu sehen bekamen. Was für eine Sensation, was für ein Erlebnis, was für ein Glück…
Meine Gedanken, meine Gefühle… alles geht wirr durcheinander… wie in einer Zentrifuge oder einer Waschtrommel… was ist denn nur los… was ist passiert… was ist mir widerfahren… es erschreckt mich… es lässt mir Tränen in die Augen schießen… ich könnte schreien vor lauter Freude… und jubeln in den blauen Himmel.
Flotten Schrittes gingen wir an der Küste entlang und die Wale zeigten uns, dass sie noch da waren.
Bei Ebbe, und nach Lurline Bay konnten wir jetzt unterhalb der Häuser ein Stück über die noch feuchten Felsen gehen. Vom Wasser ausgespülte Überhänge, die Sandsteinfelsen mit Löchern übersät, sie sahen aus wie Schweizer Käse und kleine graue Schnecken klammerten sich an dem rauen Gestein fest.

Noch ist Ebbe...


Löchriger, ausgewaschener Sandstein

Vor uns auf einem erhöhten Felsen bewegte sich etwas. Wir kamen näher und sahen drei Meeresvögel. Es waren Komorane oder Tölpel oder so was ähnliches, die sich vom Fischfang ausruhten und ihr Gefieder trockneten.

Heimische Meeresvögel...

...machen Pause vom Fischen

Dann waren wir wieder an der Coogee Beach und verabschiedeten uns für dieses Jahr von den Walen. Mögen sie ihre Wanderung unbeschadet überstehen, ihre Jungen sicher ins Südpolarmeer bringen und dann irgendwann von uns wieder auf ihrer Wanderung gesichtet zu werden.

Was half es, die Koffer mussten flugtauglich gepackt werden, denn morgen geht es nach Old Germany zurück. Schon… leider…
Morgen früh wird Irmchen gut verpackt, denn der kleine Bottle Tee soll unbeschadet die lange Reise in das ferne Deutschland gut überstehen.
Zum Ausklingen unserer herrlichen Reise ver-brachten wir den Abend im BARZURA an der Ecke und genossen noch einmal das nette Flair der ´Kneipe´. Angeheitert vom köstlichen Rotwein begaben wir uns ins Hotel und versanken alsbald in einen tiefen Schlaf.

56. Tag SYDNEY und Abreise

Ein aufregender Tag wird das heute.
Aber erst einmal frühstückten wir im Barzura an der Ecke. Ich wunderte mich auch heute wieder, wie viele ´normale´ Leute nicht zu Hause frühstücken. Hier scheint es üblich zu sein, auch morgens ins Café zugehen. Wir genossen ein opulentes Frühstück, anschließend machten wir noch einen Rundgang, gingen noch einmal auf die Klippen und begaben uns ein wenig traurig ins Hotel.
Die Koffer wurden abgeschlossen, ´Irmchen´ verpackt in der präparierte Colaflasche, kam in die Außentasche des Rucksacks. Ein letzter Blick durchs Zimmer, das wir auch nichts vergessen, ein allerletzter, langer Blick auf den Pacific... ja… und dann war es soweit…
Der Hotelboy holte unsere sechs Gepäckstücke ab, …´Vorsicht mit dem Rucksack, der darf nicht kippen´…, wir bezahlten noch unsere Rechnung und warteten auf den hoteleigenen Fahrer, der uns zum Airport bringen sollte.
…Es könnte doch noch alles Mögliche passieren… damit wir nicht jetzt schon…
Tja, dann kam der Kleinbus, unser Gepäck und wir wurden verstaut…´bitte anschnallen´… und los ging die Fahrt zum Flugplatz. Der junge Fahrer war sehr nett und fragte Claudia ein Loch in den Bauch, über Europa und Deutschland.
Ich gab mich derweil meinem Abschiedsschmerz hin, ließ das Erlebte noch einmal an meinem inneren Auge vorbeiziehen und schwor mir: ´Alles Erlebte, so gut wie es mir möglich sein wird, aufzuschreiben´.
Dann waren wir schon da, wurden mit samt dem Gepäck ausgeladen und jetzt war keine Zeit mehr meinen Gedanken nachzuhängen.
Wir waren sehr früh dran und der Business Schalter noch nicht geöffnet. Den Gepäckkuli vor uns herschiebend, schlenderten wir durch den Terminal und vor lauter Aufregung musste ich dauernd auf die Toilets. Auch diese Wartephase ging vorbei, dann konnten wir Einchecken, wurden die bleischweren Koffer los und mit je zwei Gepäckstücken begaben wir uns zur QANTAS VIP LOUNGE.
Diese Vip Lounge ist nur Gästen der Ersten- oder der Businessklasse vorbehalten. Es ist schon eine tolle Sache, Essen und Trinken sind im Preis inbegriffen, keine unnötige Warterei, kein Anstellen mit dem entsprechenden Gedrängel und gleich nach ´Mutter mit Kind´ besteigt man den Flieger. Erst dann darf die ´Meute´ der Touristenklasse auf ihre Plätze.
Wir waren die ersten Gäste in der Vip Lounge und labten uns an den frischen Häppchen, Tee, Kaffee, Säfte, Joghurts, Keksen und Kuchen.
Auf Alkoholisches verzichteten wir und freuten uns schon auf den ´Champagner´, der uns im Flieger serviert werden würde, während die Start-vorbereitungen abliefen.
Nach und nach trudelten die anderen Fluggäste ein. Hauptsächlich Geschäftsleute, die nach Singapur oder nach Europa fliegen. Von Ruhe und Erholung keine Spur mehr. 15-20 Handys piepten um die Wette. Letzte geschäftliche Instruktionen, schnell noch sich von der Ehefrau verabschiedet und bei der Geliebten angekündigt. Einer tippte hastig in seinen Laptop, wahrscheinlich ein Vortrag oder so was ähnliches. Ein anderer nahm eine Video-kamera aus der Verpackung, schaute sie von allen Seiten an und verpackte sie wieder.
Lustig zu sehen, wie jeder nach seinem Handy greift, wenn es irgendwo piepst. Ja, die Handys sind allgegenwärtig und ein Leben ohne diese mobilen Kommunikationsgeräte ist kaum mehr vorzustellen.
Jetzt machten Informationen auf dem Monitor deutlich, dass wir uns zum Abfuggate begeben sollten. Aber keine Eile, es ist genügend Zeit. Wir nahmen unser Handgepäck, schnell noch mal auf die Toilets und dann saßen wir plötzlich in der Maschine, diesmal ganz oben im Upper Deck, gleich hinter der Pilotenkanzel. Foto- und Videokoffer und die zwei Rucksäcke wurden in die Ablagen verstaut. Der Rucksack mit ´Irmchen´ darin, wurde so untergebracht, dass er nicht umfallen konnte. Wir machten es uns in den feudalen Sitzen gemütlich, genossen den köstlichen ´Champagner´ und harrten der Dinge.
Nachdem auch die Touristenklasse verstaut war, setzte sich der riesige Vogel in Bewegung. Die Rollbahn schien kein Ende zu nehmen. Schier endlos rollten wir gemächlich dahin. ´Wenn das in diesem Tempo so weitergeht, kommen wir nie zu Hause an´.
Der Jumbo wurde langsamer, noch eine Drehung, jetzt die richtige Position, die riesigen Turbinen heulten auf, wurden schriller und schriller und dann schoss der Riesenvogel nach vorne, presste uns in die Sitze, wurde schneller und schneller… Und dann war der feste Boden des Australischen Kontinents verschwunden.
Ein herrlicher Blick über die unglaublichen Ausmaße der Millionenmetropole Sydney, das gigantische Hafenbecken, das bewaldete Hinterland mit Bergen und Flüssen und der unendliche, tiefblaue Pacific präsentierten sich mir noch einmal in der allerschönsten Pracht.
Das schönste Abschiedsgeschenk, was ich mir je vorgestellt hatte.
Wir stiegen höher und höher… auf dem Weg ins ferne Europa…

Bye Bye… SYDNEY… Bye Bye… AUSTRALIEN… ICH KOMME WIEDER…GANZ BESTIMMT!

The End


Epilog und Ausblick auf die nächste Reise
"Downunder" sind in Arbeit.




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