On the Wallaby... oder Alle Wege sind weit in Australien

 


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49. Tag Über BYRON BAY nach WOOLGOOLGA

Gut gefrühstückt, alles verpackt und verstaut, die Rechnung bezahlt, um die Ecke am Automaten noch Bares geholt und los ging die Fahrt.
Noch ein kleiner Abstecher zu NOBBIS LOOKOUT, einem Felsen zwischen Surfers Paradise und Burleigh Heads, um einen letzten Blick auf die Küste zu werfen und für diesmal Abschied zu nehmen. Das Wetter meinte es gut und belohnte uns mit fantastischen Wolkenformationen, die uns die Abreise auch nicht leichter machten.

Letzter Blick Burleigh Heads

Ich sog noch einmal den Duft von dieser Küste ein, umfing noch einmal mit den Augen den herrlichen Strand, wo man so schön laufen kann, die Wellen des Pacific, der mich so faszinierte und jede Pore meiner Haut nahm den Wind und die Sonne auf.


Letzter Blick Strand nach Surfers Paradise

Ein dicker Kloß saß mir plötzlich in meiner Kehle. Tränen liefen mir in kleinen Bächen über das Gesicht… Verdammt… und ich konnte nichts dagegen machen. Ich hätte nicht gedacht, dass es Claudia, die schon so oft hier war, es genauso erging wie mir. Im Duett heulten wir um die Wette… wir blöden Weiber… es ist doch nicht für ewig… wir sind wahrscheinlich schneller wieder da, als wir denken.
Aber jetzt mussten wir erst einmal wieder weg, und das zählte.
Nachdem wir uns ein wenig beruhigt hatten, gingen wir an den Strand und übergaben einen Teil des ´Leichhardt Sandes´, den wir reichlich vom Leichhardt River mitgenommen hatten, dem Pacific. Den rötlichen Flusssand streuten wir auf den weißen Gold Coast Sand und wünschten uns Einiges dabei. (Das wird aber nicht verraten, sonst geht es nicht in Erfüllung.) Die Wellen nahmen den Sand und unsere Wünsche mit und schweren Herzens machten wir uns auf den Weg.
Aber etwas begleitete uns noch weiter… der unendliche Pacific, der seit Bestehen der Welt mit unermüdlicher Kraft und Geduld an die Strände rollt und sich an den Klippen bricht.
So… nun mal ordentlich auf die Tube gedrückt…

Der Pacific HWY Nr.1 verbindet Brisbane und Sydney miteinander, ist etwa 1200km lang und führt an der landschaftlich reizvollen Küste des Pacific entlang. Eine kürzere und schnellere Verbindung zwischen den beiden Städten ist der NEW ENGLAND HWY, der aber mehr durch das Landesinnere verläuft.
Wir hingen noch ein bisschen unseren Gedanken nach, und bald machte ich mich mit der Karte vertraut. Den ersten Stopp, Mittagspause, legten wir in BYRON BAY ein.
Bayron Bay ist ein Städtchen für Aussteiger aus aller Welt. Der Ort erinnert an ein Englisches Seebad und die Atmosphäre ist ruhig und gelassen. Künstler, Schriftsteller, Gesundheitsapostel und esoterisch angehauchte Leute suchen hier nach dem Sinn des Lebens.
Die Schönheit der Landschaft und die traumhafte Bucht sind nicht nur der Grund dafür. Es liegt etwas Einzigartiges, Mystisches in der Luft. Man kann es deutlich spüren.
Wir frönten erst einmal dem leiblichen Wohl und aßen an einer Strandbude ein affengeiles Steaksandwich mit Chips. Die fressgierigen Möwen verfolgten mit Gekreische jeden Bissen, der in unseren Mündern verschwand.

Auf dem CAPE BYRON steht ein weithin sichtbarer Leuchtturm, ein LIGHTHOUSE, dass unsere Aufmerksamkeit auf sich zog. Also nichts wie hin.

Lighthouse Cape Byron

Ein schmales Sträßchen, wir schraubten uns nach oben und konnten es kaum glauben… nach Süden schauten wir auf einen dicht begrünten, breiten Gürtel, das BROKEN HEAD NATURE RESERVE, eine Naturlandschaft mit Regenwald, der bis an die Küste reicht.

Bucht mit Regenwald

Der Felsberg, der vor uns aufragte, erinnerte an englische Küstenlandschaften, felsig, grün bewachsen und weit unten das tosende Meer.
Das Leighthouse ist anno 1901 gebaut und weist auch heute noch den Schiffen den Weg.
Von oben blickten wir an schroffen, zerklüfteten Felsen hinab und dachten, wir sind an der schottischen Steilküste oder in Cornwall, aber nicht in Australien.
Ein wunderschöner Weg schlängelte sich den Bergrücken entlang und wir blieben eine Weile an diesem Ort.

 Wanderweg auf Cape Byron

Ein Holzgeländer sichert die Besucher vor eventuellen Abstürzen und einige Informations-tafeln weckten unser Interesse.
Zwischen Mai und September ziehen hier die riesigen Buckelwale auf dem Weg nach Norden zur HERVEY BAY, die zwischen Fraser Island und der Küste liegt, vorbei. Auf ihrer Rückwanderung in das SÜDPOLARMEER kann man sie auch hier wieder vorbei ziehen sehen. Insgesamt legen die Buckelwale auf ihrer Wanderung ca. 5000km zurück.
So sehr wir auch Ausschau hielten, jetzt war gerade keines der riesigen Tiere zu sehen. Schade…
Ein Stück weiter und wir befanden uns am östlichen Punkt des australischen Festlandes:
THE MOST EASTERLY POINT OF THE AUSTRALIAN MAINLAND.


Schild Östl. Punkt des Austr. Festlandes

Wir genießen noch etwas die fantastische Aussicht und dann ging es zügig nach WOOLGOOLGA.

Der HWY Nr.1 entfernt sich ein wenig von der Küste. Wir fahren durch Staatsforste und Nationalparks. Ohne weiteren Aufenthalt kommen wir fast im Dunkeln in Woolgoolga an, finden ein neues Motel, DIGGERS REST und mieteten uns für eine Nacht ein. Das Zimmer ist mit allem Komfort und gegenüber, im Diggers Rest Club gehen wir zum Abendessen. Der Club ist super modern, aber auch so gestrickt, wie alle Clubs in Australien. Heute essen wir nicht so viel, schauen noch ein wenig den Spielern zu, gehen über die Straße, bald liegen wir in den Betten und horchen an der Matratze.

50. Tag Über COFFS HARBOUR nach KARUHA

Ehe wir uns wieder auf den HWY Nr.1 begaben, statteten wir dem Lookout bei Woolgoolga noch einen Besuch ab. Auf der Anhöhe ein großer Wasserturm, der die umliegenden Haushalte mit Trinkwasser versorgt. Ein herrlicher Blick nach Norden, wo jetzt die Hinterlandberge niedriger werden und nach Süden, wo die zerklüftete Küste noch vor uns lag.
Eine kurze Fahrt nach COFFS HARBOUR, ca. 25km. Hier befanden wir uns in einem der beliebtesten und größten Urlaubszentren an der Nordküste von NEW SOUTH WALES.
Im Ort ist reichhaltig für das Wohl der Gäste gesorgt und im Hafen liegen mehr Jachten und Sportboote als Fischkutter.

 
Coffs Harbour

Coffs Harbour ist eine moderne Stadt. Sie liegt an den Ausläufern der GREAD DIVIDING RANGE, die sich von CAPE YORK im Norden und nach Süden bis MELBOURNE erstreckt und hier bis ans Meer reicht.
Weite Bananenplantagen umgeben den Ort und haben ihm den Spitznamen ´Big Banana´ eingebracht.
Am Ende des Hafens erhebt sich eine bergige Landzunge, die durchgehend mit niedrigem Ge-strüpp überzogen ist. Über einem Holzsteg kann man sie besteigen und bewandern. Es ist Natur-schutzgebiet für die MUTTONSBIRDS, eine einheimische Vogelart, die in Erdlöchern unter dem Gestrüpp brütet.

 Hafen mit bergiger Landzunge

 Brutstätte der Muttonsbirds
 
Ein herrlicher Rundblick: nördlich der YURAGIR NP., ein langer, breiter Küstenstreifen mit Sümpfen, Heideland, Lagunen und Stränden. Und im Hinterland das große Regenwaldgebiet des DORRIGO RAINFOREST CENTER und NP.

Heute mussten noch 375km zurückgelegt werden und wir fuhren weiter.
Die nächsten 240km bretterten wir in einem Rutsch durch. Es hätten noch viele schöne Punkte gegeben, an den wir verweilen könnten, aber da müsste man eine dreiwöchige Küstenreise machen, um dieser Vielseitigkeit von Natur und den netten Orten Genüge zu tun.
Etwa 9km nach TAREE zweigten wir vom HWY ab, auf einen TOURIST DRIVE und fuhren nach FORSTER.
Eine lange Brücke brachte uns über den WANG WAUK River ans andere Ufer und zu den lebensrettenden Toilets. Puh… das war aber jetzt dringend…
Große, zu Lande schwerfällige Pelikane belagerten einen Fischer, der seine fangfrischen Fische am Ufer ausnahm.


Wang Wauk River und Pelikane

Neben der Flussmündung ist eine schöne, breite und lange Sandbucht mit einem Seewasserpool. Das ist ganz praktisch, weil man da ohne  Wellengang schwimmen kann. Wenn Ebbe ist, ist aber auch kein Wasser darin.

Bucht bei Forster

Der ´Tourist Drive´ ist für Touristen da, die Zeit haben. Eine sehr attraktive Straße, die durch herrliche Landschaften führt. An einer Hubbrücke mussten wir warten, bis ein Segelboot mit hohem Mast die Brücke passiert hatte.

Hubbrücke Forster

Der Wang Wauk River bildet ein riesiges Gewässer, den WALLIS LAKE, mit einer traumhaft unberührten Flora und Fauna. Seltene Pflanzen und Tiere stehen unter Natur- und Artenschutz und  nur an manchen Stellen sind Erholungsgebiete ausgewiesen.
Als nächstes fuhren wir am MYALL LAKE vorbei, und die herrliche Natur schien kein Ende zu nehmen.
Bei BULAHDELAH brachte uns der Tourist Drive wieder auf den Pacific HWY Nr.1 zurück. So schön wie dieser Umweg auch war, hatte er uns viel Zeit gekostet und die Dunkelheit war auch nicht mehr fern.
Bis NEWCASTLE war es zu weit, also peilten wir den nächsten Ort an. KARUHA, noch 40km entfernt. Also los und auf´s Gas gedrückt…
Bei Dunkelheit fuhren wir ein. Ein einziges Motel weit und breit, aber zum Glück war noch ein Stübchen für uns frei.
Was für einen Unterschied zum ´Diggers Rest Motel´ vom Abend zuvor. Ein winziges Zimmer, ein noch winzigeres Bad, aber ein horrender Preis pro Nacht.
Claudia hatte gleich den Wasserhahn der Dusche in der Hand, dem Fernseher fehlte der Funktions-knopf. Den hatte wahrscheinlich der Vormieter aus lauter Frust mitgenommen.
Was tun… für diesen ´Superpreis´ wollten wir natürlich duschen und auch Fernsehen.
Claudia machte Meldung an der Rezeption. Nach einer Weile tauchte das Ehepaar in unserem Zimmer auf. Er, bewaffnet mit einem großen, schmutzigen Handtuch und einer Rohrzange. Sie, mit einem leeren Bierkasten und einer Flachzange. Na… Prost Mahlzeit… das kann ja heiter werden. Unter ständigen Entschuldigungen kam der Wasserhahn wieder dorthin, wo er hingehörte. Dem Fernseher wurde mittels der Flachzange ein Programm eingestellt. ´Ist die Lautstärke so in Ordnung für Sie´?
Der Ton dröhnte durch den kleinen Raum.
´Ach, wenn es geht, vielleicht ein wenig leiser ´.
Der Ton wurde auf ein erträgliches Maß reduziert. Glücklich stieg die Frau von der Bierkiste ´Gute Nacht´… und der ´Fernsehabend´ war gerettet. Der Mann ging gleich mit und hinterließ im Bad das dreckige Handtuch und schwarze Schuhabdrücke in der Dusche. Pfui Teufel!
Zum Essen wurde ein Lokal am Ende des Ortes empfohlen, oder auch der Club am entgegen gesetzten Ende. Danke! Kurz vor Ladenschluss des einzigen Geschäftes erstanden wir noch ein Sandwichbrot und Marmelade für das Frühstück.
Kein Mensch war zusehen, als wir uns zu dem Lokal auf den Weg machten. Wir hatten den Eindruck, dass aus jedem Haus die Abwässer über den Gehweg abgelassen wurden und versuchten möglichst da nicht hinein zu treten.
Das Lokal war düster und es roch nach Urin… Igitt, ekelhaft!!!
Auf dem Absatz kehrt gemacht und im Club unser Glück versucht.
Dunkelrot mit schwarzen Ornamenten herrschte an Wänden, Boden und im Spielbereich vor. Der Speisraum mit Holzdecke und an gegrauten Wänden war erträglich. Hier saßen schreckliche Leute, aber es roch wenigstens nicht nach Urin.
Das Essen war mäßig aber heiß. Schnell waren wir wieder draußen und verzogen uns in unsere ´Luxushütte´. Wir hofften auf einen tiefen Schlaf, damit die Nacht schnell vorüber ging.

Aber… ach du Scheiße… das darf doch nicht wahr sein… hat denn der liebe Gott kein Einsehen mit uns… unmöglich ein Auge zu zumachen, geschweige denn zwei oder vier.
Die ganze, lange Nacht - und die war verdammt lang – tobten die ROAD TRAINS durch unser Zimmer. Es war der Horror schlechthin. Und das bei den unverschämten Preisen, dass hat mich am meisten geärgert.
Wenn man weit und breit das einzige Motel ist, kann man sich alles leisten. Jeder sei gewarnt und sollte lieber im Auto schlafen, weitab vom HWY.

Aber irgendwann dämmerte wieder der Morgen.

Fortsetzung folgt




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