On the Wallaby... oder Alle Wege sind weit in Australien

 


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43. Tag Fahrt an die GOLD COAST

Nach einer wunderbaren Nacht im breitem Bett, früh aufgestanden, gefrühstückt und mit dem CITY CAT über den Brisbane River zum RIVERSIDE CENTER gefahren.
In der CHARLOTTE Street, bei HERTZ, nahmen wir das nächste Auto, einen Ford Fiesta in Besitz. Zurück ins Motel, alles eingepackt, Irmchen kam in einer abgeschnittenen Colaflasche zwischen die Sitze und los ging die Fahrt an die Gold Coast, südlich von Brisbane. Die Strecke auf dem HWY Nr. 1, ca. 90km, war schnell gefahren.
Meine Aufregung und die freudige Erwartung auf den Pacific, den Strand und ein paar Tage ´Urlaub´ waren enorm.
Zuerst legten wir bei herrlichem Sonnenwetter in THE SPIT, dem nördlichsten Punkt der Gold Coast einen Stopp ein. The Spit (Spieß ist eine schmale Verlängerung der Küste. Am NERANG HEAD (Kopf) liegt eine Steinmole, die weit ins Meer hinaus ragt. Von hier aus hatten wir nach Süden hin, einen wunderbaren Blick auf SURFERS PARSDISE und die lange Küste, die sich im Dunst verlor.

 
The Spit, weiter Blick auf Surfers Paradise


Neben der Steinmole die Mündung des NERANG RIVERS, der hinter der Küste eine riesige Lagune bildet. Gegenüber des ´Nerang Kopfes´ liegt das Ende der lang gestreckten Inselgruppe SOUTH und NORTH STRADEBROKE ISLAND, die sich bis Brisbane hinaufziehen. In den ruhigen Gewässern hinter den Inseln kommen Motorbootfahrer und Segler auf ihre Kosten, manchmal auch die Haie.

Wir fuhren gemütlich die Küste entlang, am Zentrum von Surfers Paradise vorbei und in BROADBEACH, einem der Ortsteile, die nahtlos ineinander übergehen, fanden wir ein fünfstöckiges Motel, wo wir uns in einem Appartement im obersten Stock einmieteten.
Was für eine Überraschung! Ein großes Wohnzimmer mit offener Küche und Essplatz, Extra Schlafzimmer, ein geräumiges Bad und ein riesiger Balkon nach Norden raus (Der Norden ist hier die Sonnenseite). Das Appartement war voll möbliert, recht großzügig mit allem Drum und Dran, was man so zum Leben braucht. Wäscheständer, Bügeleisen, ein Bügelbrett waren auch vorhanden und die Waschmaschine befand sich im Keller. Wir fühlten uns auf Anhieb sauwohl, wie zu Hause, aber hier mit dem blauen Pacific und dem weißen Sandstrand vor der Nase. Ein Blick vom Balkon zur Orientierung:
Nach unten – der hauseigene Swimmingpool;
Nach links – Straße mit Häusern, Palmen, Pinetrees und das hügelige Hinterland;
Nach rechts - kleine Straße, Wiese mit Pinetrees und Picnic Area, Strand und der Pacific mit weißen Schaumkronen. Da konnte man sich nur noch wohl fühlen, und das rundherum.

Blick zum Pacific

Das Auto bekam einen Tiefgaragenplatz und wir richteten uns erst einmal häuslich ein.
Im nahen Einkaufscenter, THE OASIS, kauften wir für die nächsten Tage ein. Obst und Tomaten, Milch, Eier, Butter, Käse und Brot, Marmelade und Honig, damit wir nicht darben mussten. Und die Spaghetti und Kartoffeln durften auch nicht fehlen.
Einen flotten Gang am Strand entlang machten wir natürlich auch. Der Pacific faszinierte mich noch genauso wie beim ersten Besuch. Es war diesmal zwar kein Sturm, aber die Wellen waren trotzdem ganz schön groß.
Später versuchte Claudia, ihre ´Verwandtschaft´ telefonisch zu erreichen, aber es war niemand da. Tante Gerda konnte bei ihrer Schwester in Deutschland sein und Günther, ihr Sohn, hatte ein zweites Mal geheiratet und Claudia wusste nicht, ob er noch am selben Ort wohnte.
Am späten Nachmittag fuhren wir mal hin, es war aber niemand zu Hause und wir steckten Günther einen Zettel mit unserer Telefonnummer an die Tür. Bei Tante Gerda war alles hermetisch abgeschottet, somit war sie sicher (noch) verreist.
Es war auch hier viel zu früh dunkel. Unterwegs haben wir noch eine Kleinigkeit gegessen, waren bald zu Hause und machten es uns vor den Fernseher gemütlich. Am Abend rief Günther an und freute sich sehr, dass Claudia ´mal wieder da war´. Wir verabredeten uns für Sonntag, er wollte uns unbedingt ausführen.
Am Samstag sind er und seine Frau auf dem Markt in CARRARA und dort verkauften sie im eigenen Laden ´Bally´ Schuhe. ´Oh´, dachten wir: ´so feine Schuhe, Schweizer Qualität, die schauen wir uns mal an´. Solche Markenschuhe gibt es bei uns nur in der Theatinerstraße.
Tante Gerda war seit zwei Wochen wieder aus Deutschland zurück und freute sich auch auf unseren Besuch.
Noch ein Glas köstlichen ´Shiraz Cabernet´ und bald fielen wir todmüde in die herrlichen Betten. Es war mal wieder ein ereignisreicher, aufregender Tag gewesen..

44. Tag GOLD COAST

Wunderbar lange geschlafen, kein Stress, kein Zeitdruck, es musste nichts verpackt und verstaut werden und das Auto stand ungenutzt in der Garage.
Wir frühstückten wie ´Kaisers´, der Tisch bog sich vor lauter köstlichen Sachen, nur die Zeitung hat noch gefehlt. Aber was soll´s, war es mir doch piepegal, was im fernen Germany so vor sich ging.

Ein Bombenwetter, die Sonne strahlte mit uns um die Wette. So zogen wir die Badeanzüge an und gingen mit Handtuch und Sonnenmilch bewaffnet an den Strand. Die Wellen waren herrlich groß und nach mehreren unfreiwilligen ´Tauchern´, ging das Bodysurfen schon viel besser.

  Dort… die große Welle

Hui… da baut sich wieder ein großer Wellenberg vor uns auf… aufgepasst… und jetzt reingestürzt… und mitgepaddelt… jetzt treiben lassen… verdammt… ich bin nur durchgetaucht und dümpelte in einem Wellental, während Claudia vor der Welle her, bis ans Ufer geschoben wurde. Ich machte noch ein paar Versuche und das eine oder andere Mal klappte es auch bei mir. Es ist ein tolles Vergnügen, dieses Spiel mit den unbe-rechenbaren Wellen.

Wellenberge

 Meeresbrandung

Weiter draußen sind die Wellen noch ein ganzes Stück größer. Da tummeln sich die Surfer mit ihren Brettern. Mit einem Bein sind die jungen Leute an einem Seil mit ihrem Brett verbunden. Logisch, bei den sensationellen Stürzen würden die Bretter in der Brandung auf Nimmerwiedersehen ver-schwinden.

Surfer

Ziemlich weit draußen, parallel zur Küste, sieht man rote Bojen. Daran sind die Hai- Netze festgemacht. Eine Lebensversicherung für die Surfer und alle Anderen, die sich auch im Wasser tummeln. Trotzdem, besonders im Sommer, wenn das Wasser an den Küsten warm ist, ist Vorsicht geboten. Manch ein Hai ist durch das Netz gekommen und lauert dem ahnungslosen Menschen auf, um ihn gierig zu verspeisen.
Von der Wasserwacht, den LIVESAVERS, sind bestimmte Strandabschnitte bewacht. Diese sind mit Fahnen markiert und 50m breit. Alle die darüber hinaus ins Wasser gehen, tun dies auf eigene Gefahr. Ja, so ist das, aber anders nicht machbar an diesen schier endlosen Stränden.

Strandabschnitt

Herrlicher Pacific

Als wir uns in den Wellen ausgetobt hatten, wanderten wir am Strand entlang nach Surfers Paradise. Hier ist Treffpunkt der Jugend. Riesen Wolkenkratzer sprießen in den blauen Himmel. Es ist ein Mordsbetrieb in den gigantischen Ein-kaufszentren. Die Straßencafes können sich über mangelnden Umsatz kaum beklagen. Aus der ganzen Welt ist hier die Jugend vertreten und gibt mit vollen Händen das große Geld aus. Man glaubt es kaum… wo haben die bloß die ´Kohle´ her… nach dem Motto… wir wollen Fun, Fun und noch mehr Fun… was danach kommt, ist uns scheißegal. Wie heißt das so schön? Man ist ja nur einmal jung…
Für heute hatten wir genug vom Trubel und traten den Rückweg an.
Später kochten wir noch was Leckeres, hatten einen ruhigen Abend vor der Glotze und gingen wieder früh in die Betten.
Gute Nacht…

45. Tag GOLD COAST

Heute ist es leicht trüb, was aber unserer guten Laune nichts anhaben konnte. Damit das Auto auch auf seine Kosten kam, fuhren wir nach CARRARA auf den Markt, um Günther einen unverhofften Besuch abzustatten. Es war gar nicht weit, über die Nerang Coast Road ein paar Km ins Hinterland. Von Weiten sahen wir schon die große Marktanlage.
Mit unseren Märkten, die eher aus mobilen Marktbuden bestehen, nicht zu vergleichen. Teilweise in einer riesigen Halle sind feste Stände, kleine Läden und Geschäfte aller Art. Gezielt gingen wir einen Gang nach dem anderen durch, kein einziges Geschäft mit ´Bally´- Schuhen, solange wir auch suchten.
´Bist du sicher, dass Günther diesen Markt meinte? ´ ´Ja, ganz sicher´ ´Schauen wir halt noch mal, vielleicht war er gerade nicht da. Wie er aussieht, wirst du ja sicher noch wissen, oder? ´ ´Na hör mal, so lange ist es ja nun auch nicht her. In den paar Jahren hat er sich bestimmt nicht zur Unkenntlichkeit verändert ´ ´Na gut, wie du meinst. Wenn wir ihn nicht finden, können wir ja mal fragen. ´Bally ´- Schuhe verkauft doch auch nicht jeder ´ ´Okay, drehen wir noch eine Runde´. Wir durchstreiften noch einmal die Halle, gingen auch um die Halle herum, da waren aber nur Gartenbedarfsmittel und ähnliches.
Also, ein letztes mal in die Halle, und da… nein, das kann doch nicht sein… äh, hm… na ja… aber ´Bally ´- Schuhe sind das ja nicht gerade…
´Ja, da is ja dat Claudia… jut siehste aus… schön, dat de mal wieder da bist…´
Im reinsten Kölsch begrüßte uns Günther, ein typischer Deutscher, groß, mit etwas Bauch, liebenswürdig, die blauen Augen sprühten und er strahlte über das ganze Gesicht.
Vor einiger Zeit haben er und seine zweite Frau diesen kleinen Schuhladen günstig gekauft. Zweimal im Jahr fliegen die beiden nach BALI, was ja nicht weit weg ist, kaufen dort jede Menge Schuhe für Damen, Herren und Kinder und verkaufen hier jedes Paar für $12,-. Bis jetzt war es ein gutes Geschäft. Seit ein paar Läden weiter ein Konkurrent aufgemacht hat, geht es nicht mehr so gut. Kein Wunder. Der ´Neue´ hat eine eigene Schuhfabrik auf Bali und kann die Schuhe für $ 9.- das Paar verkaufen.
Günther hat auch einen 5 Tonner gekauft, mit dem er für eine Firma von Montag bis Freitag Autoreifen transportiert. Nach einer ´Herzattacke´ vor kurzem, soll er nach Anraten des Arztes diesen Job aufgeben. ´Na ja, da muss uns eben etwas Neues einfallen ´. Wir lernten auch seine Frau kennen, eine ´KIWI´, eine lustige, zierliche Neuseeländerin, die Günther fest im Griff hat. Beide alberten herum und wir haben den Eindruck, dass alles gut ist, so wie es ist. Hier wird ge-arbeitet, um zu leben und nicht um Reichtümer zu horten. Eine wunderbare Einstellung ist das, man ist zufrieden und die Sonne scheint frei Haus dazu.

Wir verabredeten uns für Sonntagabend. Günther will sich etwas einfallen lassen.
Hoffentlich nicht ins Bayerische Steakhaus oder in den Deutschen Club.
Auf dem Rückweg fuhren wir noch bei Tante Gerda vorbei, sie freute sich sehr, ist Anfang der 80ziger und ein wenig schwerhörig. Als vor ein paar Jahren ihre Schwiegertochter starb, hatte sie wohl insgeheim gehofft, dass Claudia den Günther heiraten würde. Aber dem war nicht so. Es sind nette Leute, die hier so leben, wie sie sicher auch in Deutschland gelebt hätten. Claudias Nennonkel Theo, den sie sehr gemocht hatte und der ihr immer ein Kangaroo mitbringen wollte, ist mit seiner Familie vor 40 Jahren nach Australien aus-gewandert und auch hier gestorben. So kommt Claudias ´verwandtschaftliche´ Beziehung zur Familie Schechtel zustande.

Der Nerang River kommt aus den Bergen und schlängelt sich in zahlreichen Windungen bis zur Küste. Die Besiedlung der Ufer wurde sehr attraktiv, und jeder wollte ein Grundstück direkt am Fluss. Wie konnte man möglichst viele Flussgrundstücke anbieten? Indem der Fluss ´schlüsselbartartig´ ausgebaggert wurde, die sogenannten ´KEYS´. Dadurch entstand eine künstliche Flusslandschaft mit Wasserstraßen und zusätzlichen Grundstücken.
Die so entstandenen Wohngebiete tragen klingende Namen wie: Florida Gardens, Sorrento, Rialto, Cypress Gardens oder Miami Keys, um nur ein paar zu nennen.
Wir machten uns auf den Heimweg, wuschen noch eine Maschine Wäsche, kochten Lammkotelettchen mit Kartoffeln und Salat.
Am Abend stürzten wir uns ins Nachtleben von Surfers Paradise.
Es war noch nicht dunkel, über dem Pacific eine gigantische Wolkenbildung vor der untergehenden Sonne, kaum mehr Leute am Strand und flotten Schrittes marschierten wir durch den Sand. Die Schuhe hatten wir an, denn um diese Tageszeit ist es schon recht kühl, schließlich begann hier bald der Winter. Eine gute halbe Stunde Marsch von Broadbeach nach Surfers Paradise.
Was für ein Getümmel. Alles war unterwegs was Beine hatte, auf der Jagd nach Erlebnissen, Fun und dem prallen Leben schlechthin. Es könnte ja morgen vorbei sein. Alles wird in vollen Zügen konsumiert, ohne Rücksicht auf Verluste und Schäden am eigenen oder des anderen Leib und Leben. Aber das ist  wiederum gut für das Geschäft. Noch…
Surfers Paradise ist eine ´Stadt´ für sich und fest in den Händen der Japaner. Diese ziehen viel Geld aus dem Land, saugen es geradezu aus und es ist eine Frage der Zeit, wann das Ganze zu-sammenbricht. Ganz nach dem Motto: ´wenn nichts mehr zu holen ist, gehen wir eben woanders hin´. Die Japaner haben über die Jahre hinweg alles aufgekauft, was nicht niet- und nagelfest war. Ganze Hotel- bzw. Appartementtürme, für ´nen Appel und ´nem Ei ´, um diese für ein horrendes Geld im eigenem Land zu veräußern. Irgendwann wachten die Australier auf und jetzt gibt es für die Japaner einen Kaufstopp für Immobilien.
Das hat nun auch wieder einen Haken. Die mittlerweile überteuerten Wohnungen und Häuser kann sich kein normal verdienender Australier leisten.
Australien setzt jetzt auf solide Investitionen, die das Land nicht so ausbluten. Wir Deutsche können wieder Neubau Immobilien erwerben und mit ein bisschen Dreh und Kniff, geht auch manch Anderes.
Genug gegafft, wir traten den Heimweg am Strand entlang an. Es war jetzt stockdunkel, das Meer blauschwarz mit weißen Schaumkronen und der Mond lugt hinter einer Wolke hervor, traut sich aber nicht ganz heraus.
Bald waren wir zu Hause und freuten uns schon auf den morgigen Tag.

Fortsetzung folgt




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