On the Wallaby... oder Alle Wege sind weit in Australien

 


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36. Tag           Fahrt nach MOUNT ISA . über KAJABBI und LAKE JULIUS STAUSEE

Nach einem handfesten Frühstück im Burke&Wills Roadhouse machten wir uns auf den Weg.
Als wir vom Parkplatz auf die Straße fuhren, lag ein umgekippter Viehanhänger auf der anderen Straßenseite. Was war passiert? Ein Roadtrain war von der Straße abgekommen und dabei ist der dritte Anhänger umgekippt. Die noch lebenden Rinder wurden umgeladen. Tote Tiere in den Büschen entsorgt. Die Verletzten blieben im Anhänger zurück. Der Besitzer wurde informiert und war auf dem Weg hierher, um die halbtoten Tiere zu erschießen. Das wollten wir nicht erleben und machten uns schnellstens aus dem Staub.
Viehtransporte sind in jeglicher Form brutal. In diesem Land wird aber darauf geachtet, dass möglichst viele Rinder unbeschadet an ihrem Bestimmungsort ankommen.
Nach gut 100km Asphaltpiste bogen wir rechts ab, Richtung KAJABBI. Die Dreckstraße hatte uns wieder. Eine herrliche, hügelige Landschaft begleitete unsere Fahrt. Der Leichhardt River mit breiten, aber flachem und kiesigem Flussbett, kreuzte wieder unseren Weg. Langsam durchquerten wir den Fluss, in der stillen Hoffnung, es möge etwas ´Aufregendes´ passieren. Aber so flach wie der Fluss war, konnte nichts schief gehen.
Wir machten eine kleine Pause und lauschten der unglaublichen Ruhe, die von zarten Vogelstimmen bereichert wurde. Mitten im Fluss stand eine Pumpe, mit der das benötigte Wasser, das zum Ebnen der Dirtroads (Dreckpisten) gebraucht wird, in Wasserwagen gepumpt werden konnte.
In KAJABBI, einem winziges Kaff mit Pub, endet eine Bahnlinie. Hier werden oder wurden Rinder aus dieser Gegend verladen und per Schiene bis nach Townsville an der Küste transportiert. Im düsteren Pub, total verdreckt und alles voller Spinnweben, tranken wir eine Coke. Zum Essen konnten wir uns verständlicherweise nicht aufraffen. Die einzigen Gäste, ein alter, angetrunkener Mann mit Holzbein und ein zerrupfter Rosenkakadu, der laut schimpfend auf dem Tresen herumtrippelte, begafften uns neugierig. Nichts wie raus hier! Selbst die Coke schmeckte sonderbar.
Kajabbi ist, trotz des schmuddeligen Outfits, bei den Australiern bekannt und beliebt. Von Nah und Fern zieht es die Leute einmal im Jahr hierher. Traditionell findet alljährlich Ende Mai das YABBI RACE statt. Das FLUSSKREBS Rennen erfreut sich großer Beliebtheit und ist wahrscheinlich aus der Langeweile der ersten Minenarbeiter und vielleicht auch in Verbindung mit dem Ortsnamen entstanden. Die Krebse (Yabbis) stammen mit Sicherheit aus dem Leichhardt River.
Weiter ging es über eine miserable Straße, die in die Berge hinein führte und immer enger wurde. Ein Grader kam uns entgegen, dann ein Wasserwagen. Das bedeutete, dass die Straße repariert und geebnet wurde. An einem Berghang hingen Rauchschwaden, was auf einen Waldbrand schließen ließ. Die Straße schraubte sich weiter in die Höhe. Inzwischen hatten wir starke Zweifel, ob wir auf der richtigen Piste waren. Dann ein Schild… ´Achtung von 12:-13:pm Sprengarbeiten´. Es war jetzt 12:30pm und sicher, das wir auf dem Weg zu einer Mine waren. Aber es konnte auch sein, dass wir an einer Abzweigung… nein… eine große Kurve brachte uns auf den Vorplatz einer Mine. Hier wird unter anderem auch IRON ORE, Eisenerz abgebaut. Ein Arbeiter wies uns den Weg zurück: ´Hundert Meter nach dem Pub rechts und dann immer geradeaus´. Nun gut… Umwege dieser Art kosteten immer viel Zeit. An der einzigen Kreuzung in Kajabbi fanden wir diesmal den richtigen Weg und gaben, so gut es ging, ordentlich ´Fersengeld´.
Zum LAKE JULIUS, wo der Leichhardt River zu einem See gestaut wird, machten wir noch einen Abstecher. Zwischen mehreren Hügeln lag der wunderschöne, idyllische Stausee. Von einem Lookout mit Picnic Area hatten wir einen herrlichen Weitblick.

Lake Julius Stausee

Keine Menschenseele weit und breit. Wir fuhren ans Ufer hinunter, und an einem schwimmenden Holzsteg tauchten wir in das frische Wasser des Lake Julius ein. Die Erfrischung kam wie gerufen, war es doch ganz schön heiß.
Auf dem Rückweg sahen wir auf einem Hügel das Ranger Haus, hoch genug, dass es bei Hochwasser keinen Schaden nimmt. Im April lief das Hochwasser des übervollen Stausees über die Staumauer ab und stürzte mit unglaublicher Gewalt in das Flussbett des Leichhardt River. Die Flutwelle riss alles mit. Selbst die riesigen Eukalyptusbäume hatten eine horizontale Lage, nachdem alles vorbei war.

 Nach der Flutwelle

Nach diesem Abstecher fuhren wir flott und ohne weiteren Aufenthalt in Richtung MOUNT ISA. Die Landschaft war relativ flach bis leicht hügelig, immer wieder tauchten schroffe Felshügel auf und niedriges WATTLE - Gebüsch begleitete unsere Fahrt. Der Himmel vor uns wurde immer schwärzer. Das konnte ja heiter werden, befanden wir uns nämlich jetzt auf einer Dreckpiste, die ein DIP nach dem anderen für uns parat hielt. Ein Dip ist eine Senke, in der quer zur Straße an der tiefsten Stelle ein Bach sein Wasser führt. Bei Trockenheit liegen meistens große Felsbrocken darin und man muss höllisch aufpassen, dass das Auto keinen Schaden nimmt. Bei Regen verwandeln sich ganz schnell diese Wasserläufe in reißende Flüsse, führen Geröll mit und an eine Weiterfahrt ist kaum zu denken. Wir hofften dass uns der Regen, solange wir hier unterwegs waren, verschonen möge.

´Dip-Straße´ nach Mount Isa

Die ´Dip –Straße´ nahm und nahm kein Ende. Es ist ziemlich anstrengend, auf so einer Piste zu fahren. Aber endlich eine Kreuzung. Von links kommend der asphaltierte BARKLY HWY, ging es rechts nach MOUNT ISA. Noch 15km und wir waren wieder in der Zivilisation.
MOUNT ISA ist eine ´Minen Stadt´. Das Stadtpanorama besteht aus zahlreichen Schornsteinen und Förderbändern, die an einem Berghang gut sichtbar über die Stadt schauen. Bei Nacht, mit Scheinwerfern angestrahlt, kann man selbst diesen Industrieanlagen ein gewisses Flair nicht absprechen. Mount Isa hat ca. 27.000 Einwohner, die zum großen Teil ´Unter Tage´ arbeiten. Die Abbaugebiete der Minen erstrecken sich über etwa 40.000 qkm. Die Menschen in dieser abgelegenen, mitten im Outback entstandenen Stadt, haben einen hohen Freizeitbedarf. Es gibt zahlreiche Parks, künstlich angelegte Seen, ein olympisches Schwimmbad und eine ganze Menge Sportclubs.
Wir quälten uns durch lebhaften Verkehr und fanden dann doch noch den besten Campingplatz. Zu unserem Erstaunen hatten wir einen eigenen Toilet-Block. Wunderbar. Eigene Dusche, Waschbecken und Klo, direkt an der Hintertür unseres Campers.
Nach erneuter Komplettreinigung unseres Bushcampers wurde mal wieder Wäsche gewaschen. Es war schon dunkel und zum Kochen hatte keiner von uns Lust. Auf Empfehlung der Campleitung gab es ´gleich um die Ecke herum´ einen Sportclub, wo Fremde für die Dauer ihres Aufenthalts Mitglieder werden können.
Die Waschmaschine war fertig. Einen Teil der Wäsche kam in den Trockner, der Rest auf die Leine. Wir hofften auf eine regenfreie Nacht. Unser Nachbar verwickelte Claudia in ein längeres Gespräch und so erfuhren wir  von dem YABBI RACE in Kajabbi. Morgen, Freitag wollte er hinfahren und sich das Spektakel nicht entgehen lassen.
Endlich um 8:pm machten wir uns müde und hungrig auf den Weg zum Sportclub.
Der gleich-um-die-Ecke-herum-Club entpuppte sich als ein 20-minütiger Fußmarsch, direkt an der Straße entlang. Kein Australier kommt je auf die Idee, zu Fuß zu einem Sportclub zu gehen. Mit dem Auto wäre es tatsächlich näher gewesen, aber unseres war schon für die Nacht hergerichtet.
Erst Mitgliedschaft, wir zahlten jeder $ 9.-, inklusive Essenbons und Bierchip und los ging es ans Buffet. Als unser Hunger gestillt und das Bier ausgetrunken war, schauten wir uns im Club um. Ja… so etwas… Da gab es einen Saal, in dem Bingo gespielt wurde, daneben einen Raum, wo alle möglichen Rennen über Monitore liefen. An Ort und Stelle konnte mitgewettet werden, egal ob man dem Pferde-,  Hunde-, Autorennen oder Toto den Vorzug gab. Weiter gab es eine Bar mit Clubsesseln, wo man gemütlich plaudern konnte und zu meinem Erstaunen auch eine riesige ´Spielecke´. Da war das Getümmel am größten. 60 der modernsten Spielautomaten und belagert von einem Heer Frauen und Männer aller Altersgruppen. Auffällig war die große Zahl der alten Damen, die mit hochroten Gesichtern die Automaten überlisten wollten. Früher waren es die ´Einarmigen Banditen´, heute sind es die computergesteuerten Automaten. Wir holten uns an der Kasse Kleingeld und probierten auch einmal das, wofür andere Leute viel Geld und Zeit investieren. Wir Beide waren zu dämlich, um auch nur einen Dollar zu gewinnen. Na ja, das war auch nicht unsere Sache. Wir amüsierten uns noch ein wenig über die Spieler und pilgerten zum Campingplatz zurück.
Waren wir doch ziemlich müde und morgen Früh geht es ja schon wieder weiter.

37. Tag           Über CLONCURRY nach WINTON 

Nach einer ruhigen Nacht, es hatte zum Glück nicht geregnet, schnell die Wäsche abgehängt, gefrühstückt und das ´eigene Bad´ noch einmal ausgiebig ausgenutzt, begaben wir uns auf den BARKLY HWY. Diesmal 460km Asphaltstraße, aber auch die wollten gefahren sein. Wir gingen zu Woolworth einkaufen und ließen diesmal Obst und Gemüse in Plastiktüten versiegeln, warteten ewig auf die unterschriebene Rechnung und konnten nun endlich losfahren. Falls wir wieder in eine ´Fruchtfliegenkontrolle´ gerieten, waren wir diesmal bestens vorbereitet.
Die 117km nach CLONCURRY waren abwechslungsreich und die hügelige Landschaft mit üppigen WATTLES bewachsen.

 Wattles am Barkly HWY

Die Wattles sind australische Mimosen. Sie kommen in manchen Gebieten auch als Bäume vor. Hier sind es Büsche, die in einem herrlichen Kontrast zum blauen Himmel und der roten Erde stehen. Die australischen Nationalfarben sind Gelb und Grün und von den Wattles abgeleitet.

Wattles Hügel

In Cloncurry, einem ´Minen Städtchen´, in dem auch Tagebau betrieben wird, überquerten wir den Cloncurry River. Dann bogen wir rechts ab, auf den LANDSBOROUGH HWY und hatten noch 334km bis WINTON zu fahren. Die Landschaft wurde zum Gras- und Weideland, flach und zum Teil dürftig bewachsen. Wir drückten ordentlich auf die Tube und kamen recht schnell vorwärts.
Winton, ein kleiner Ort, deren Menschen heute hauptsächlich von Viehwirtschaft leben. Am Ortseingang erfuhren wir mehr über diese Region:
1888 wurden Opale entdeckt und fünf Jahre lang abgebaut. 1893 wurde der Abbau wegen Wassermangels und fallender Opalpreise wieder eingestellt. Die jährliche Regenmenge pro qm beträgt ca. 400mm, manchmal auch nur 150mm. Dadurch ist diese Gegend zu trocken für Landwirtschaft. Merinoschafe überstehen diese Trockenheit. Bis zu einer ½ Million Schafe grasen auf ca. 222 Schafstations und ca. 61.000 Rinder bevölkern 28 Rinderstations.
Winton ist die Geburtsstadt der QANTAS. Am 16.11.1920 wurde die erste Australische Airline begründet.
Der Bezirk Winton ist knapp 54.000qkm groß und weist eine Bevölkerungsdichte von weniger als 2000 Menschen auf.
Etwa 110km entfernt liegt der LAKE QUARRY. In grauen Vorzeiten war hier ein See, wo Dinosaurier zur Tränke gingen. Ihre Fußabdrücke sind – inzwischen ist der See ein Plateau oder eher ein Steinbruch – heute noch zu sehen.
´WALZING MATILDA´,…The Jolly Swagman…, seit 1895 das Lied der Schafscherer die im Land umherzogen, ist zur heimlichen Nationalhymne avanciert und auch heute noch kennt jeder Australier, ob Alt oder Jung, dieses Lied. Vor ein paar Jahren hatte eine Australische Popgruppe dieses Lied als Schlager in ihrem Repertoire.
`Der fröhliche Mann mit dem Schlafsack´ am Lagerfeuer, der von Station zu Station zieht und seinen Lebensunterhalt mit Schafscheren verdient, ist die korrekte Übersetzung. `Once a Jolly Swagman´…´einmal ein fröhlicher Schlafsackmann´…, das zu sein, gönnen sich auch heute noch viele Australier. Sei es nur per Campmobil durch die Weiten Australiens zu ziehen und die alte Romantik hautnah zu spüren und zu erleben.
Am Campingplatz, der sich ´Top Caravan Park´ nannte, bekamen wir 10% Ermäßigung, weil der Platz alles andere als `Top´ war.
Am Abend nahmen wir an einem Barbecue am offenen Feuer teil und mussten nicht selber kochen. Es gab Lambstew, Damper und Billytea.
Billytea, ist eine Büchse mit Wasser und Tee, die ins Feuer gestellt wird. Der Tee wird gekocht, ist stark und weckt `Tote auf´. Damper, ist ein gesäuertes Weißbrot, das in einem gusseisernen Topf in der Glut gebacken wird. Die Frau im originellen Westernlook, die das hauptberuflich vorbereitet, am Lagerfeuer kocht und serviert, erzählte später Geschichten und aus ihrem Leben. Ich verstand so gut wie nichts, aber es war ein gelungener, schöner Abend am Lagerfeuer.

Fortsetzung folgt




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