On the Wallaby... oder Alle Wege sind weit in Australien

 


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26. Tag          
Fahrt nach INGHAM, FOREST BEACH

Morgens die Bescherung: Füße und Beine total zerstochen. Die Überlegungen gingen hin und her. Das konnte nur an ersten Abend in Airlie Beach, als die Possums uns besuchten, passiert sein! Wahrscheinlich keine Mücken, sondern kleines Getier, so genannte ´Midschies´, die nicht stechen sondern beißen. Claudia kannte das von früher und konnte sich meine Qualen gut vorstellen. Ich bin eine ziemlich lange Strecke gefahren, was mich ein wenig ablenkte. Die Landschaft bot nicht viel Neues. Zuckerrohrfelder, Weideland und bewaldete Berge, ein bisschen wie in Bayern, nur tropischer und wärmer.
In TOWNSVILLE machten wir ein Mittagspicnic, haben uns den Hafen angeschaut, am Geldautomaten Bares geholt und sind über die Promenade spaziert. Die zweitgrößte Stadt Queenslands hat ca. 120.000 Einwohner. Die Stadt verdankt dem Seefahrer, Kaufmann und Politiker ROBERT TOWNS nicht nur ihren Namen. Er gründete an der CLEVELAND BAY eine Hafenstadt, um Rinder aus dem Umland zu verschiffen. Auch war in den 1870ziger Jahren gut Handel zu treiben mit Sklaven aus Asien. Und der Goldrausch trug auch zum schellen Wachstum der Stadt bei. Bald entwickelte sich Townsville zum bedeutendsten Handelszentrum von Nordqueensland. Auch heute noch wichtiges Wirtschaftszentrum des Nordens, wird Kupfer, Silber, Zink und Blei, das mit der Eisenbahn aus MOUNT ISA angeliefert wird, aber auch Zuckerrohr und Fleischprodukte in die Großstädte Australiens verfrachtet. Ein Multimillionen Dollar Projekt ´Great Barrier Reef WONDERLAND´ ist eine Touristische Attraktion, wo man Kleinlebewesen des Korallenreefs bis hin zum Hai
in einer exakt nachgebildete Reeflandschaft erleben kann. Auch das OMNIMAX KINO entführt in die eindruckvolle Unterwasserwelt, was manch einen zum Tauchen anregte. Ein Museum über Flora und Fauna des Festlandes, rundet das ´Wonderland´ ab.
Weiter ging es nach INGHAM, einem netten Städtchen und eines der Zentren für Zuckerproduktion in Queensland. Im nahen LUCINDA wird, mit der ältesten Zuckermühle Australiens, noch heute Zucker produziert und über eine 6km lange Laderampe direkt auf die vor der Küste liegenden Frachtschiffe verladen.
Wir fuhren weiter zum 30km entfernten FOREST BEACH CARAVAN PARK.

Forest Beach

Ein Platz direkt am Meer, niedriger Wald, recht luftig, einen herrlichen Strand für uns alleine und ich konnte noch im Hellen meine malträtierten, zerschundenen Füße und Beine im Meer baden. Das hat sehr gut getan, und die Nacht war gerettet.
Aber vorher waren wir noch im Pub und bekamen von dem dickbäuchigen Wirt je ein Bier spendiert.

27. Tag                       Fahrt nach CAIRNS 

Diese Nacht gut geschlafen. Nach dem morgendlichen Ritual machten wir uns auf den Weg nach CAIRNS. Über TULLY, mit Abstecher zur MISSION BEACH.
Auf dem Weg dorthin suchten wir einen Pinkelplatz und bogen in einen Waldweg ab. Dieser war plötzlich so interessant, dass wir ihm folgten und einfach weiter fuhren. Unvermittelt fanden wir uns in einem herrlichen RAINFOREST, Regenwald, wieder.

Rainforest

Ein kleiner Parkplatz mit Picnic Area, ein Rundweg führte durch den Rainforest und mit dem Foto bewaffnet, marschierten wir los. Grandios dieser tropische Regenwald, mit riesigen Palmen, Lianen, meterhohen Farnbäumen. Alles strebt zum Licht, alles ist dicht und üppig. Es gibt eine Palmenart die nur eine Spitze zum wachsen hervorbringt. Bricht diese Spitze ab, so geht die Palme in kurzer Zeit ein.

 Fächerpalme

Zikaden, die plötzlich schrill, wie Kreissägen einsetzten und auch wieder plötzlich aufhörten und seltene Vogelstimmen. Kleine Echsen huschten in Sicherheit und immer wieder gab es andere Pflanzen und Bäume, die ich noch nie gesehen habe. Eine wahre Wunderwelt…
Wir fuhren weiter zur MISSION BEACH. 1916 wurde Mission Beach als Missionsstation für Aborigines gegründet, aber schon zwei Jahre später durch einen Zyklon zerstört. Diese Region wurde durch den Forscher EDMUND KENNEDY bekannt, als er 1848 von hier zu einer CAPE YORK Expedition aufbrach. Heute ist es ein beliebter Ferienort mit kilometer-langen, breitem, weißem Sandstrand, Palmen und einer Kulisse von tropischem Regenwald, der sich bis zum Strand erstreckt.
Auf dem Weg zum HWY erlebten wir noch eine Gravel Road. Die Lampe über der Hecktür, die schon seit Tagen streikte, am Abend vorher den Geist aufgab, polterte auf den Boden. In Cairns ist die letzte Möglichkeit, um bei Brits die Lampe reparieren zu lassen. Denn da, wo wir noch hinwollten, gibt es kein Brits- Depot mehr. So fuhren wir nach Cairns, zum CITY CARAVAN PARK, hier ist ziemlich viel Jungvolk und er liegt mitten in der großflächigen, weitläufigen Stadt.
Cairns ist dank seiner besonderen Lage, dem reichhaltigen Freizeitangebot, das Touristenziel Nr.1 und hat sich zu einer pulsierenden Stadt mit etwa 100.000 Einwohnern gemausert. Nicht nur das Great Barrier Reef, sondern auch das Hinterland mit seinen tropischen Regenwäldern sind beliebte Ausflugsziele für Jung und Alt. Taucher und Schnorchler, aber auch Bushwalker, kommen hier voll auf ihre Kosten. Ein- oder mehrtägige Ausflüge mit Geländewagen zum CAPE YORK oder mit dem Schiff zum Reef und zu traumhaften Inseln oder eine geführte Buschwanderung oder aber RIVER RAFTING auf dem TULLY RIVER oder auch BUNGEE Springen; alles und noch mehr ist in und um Cairns herum möglich.

Blick über Cairns

Am Abend fuhren wir mit dem Bus in die City, bummelten durch die Straßen und besichtigten ein neues Einkaufszentrum. Dort trafen wir einen Mann, der mit ausgestopften Tieren Fotos von Leuten anfertigte, so z.B.: Affe auf der Schulter, oder: Sitzen auf einem Krokodil, oder: Auf du und du mit einem Kangaroo, etc. Als er hörte, das wir aus Old Germany kommen, sagte er zu unserer Verwunderung: ´dieses Einkaufszentrum ist hauptsächlich von deutschen Privatanlegern finanziert worden, und überhaupt, die Deutschen kaufen wie wild alles auf´. Da kann man mal sehen, was unsere Landsleute am Fiskus vorbei ins Ausland schaffen.
Im ´JOLLY SWAGMAN´, dessen Name an Schafzucht und Schafscheren erinnert, aßen wir zu Abend und tranken einen köstlichen Rotwein dazu. Leicht angeheitert und müde, nahmen wir den Bus zum Campingplatz. Was für eine abenteuerliche Rückfahrt! Der Busfahrer fuhr, als seien alle Teufel hinter ihm her. Die paar Fahrgäste, die mit uns darin saßen, amüsierten sich über den Fahrstiel, man war das wohl so gewöhnt. Nach und nach stiegen alle aus, nur wir nicht. Claudia sagte, wo wir aussteigen wollten. ´…ja ja, ist ok…´ So ging die rasante Fahrt weiter. Eigentlich waren wir schon viel zu lange unterwegs. Jetzt ging es auch noch bergauf und wir sahen die Lichter von Cairns unter uns. Claudia fragte noch einmal nach unserer Haltestelle. ´…ach, jetzt sind wir schon längst vorbei, aber auf dem Rückweg…´ und schon waren wir wieder vergessen. Der Fahrer pfiff flott vor sich hin, fuhr als säße er in einem Formel 1 Wagen und plötzlich waren wir wieder in der City. ´… aber wenn wir jetzt wieder vorbei kommen, halte ich an…´ Beim nächsten Anlauf hat es dann endlich geklappt und wir waren um eine verrückte Busfahrt reicher. Hatten wir doch in Sydney und Brisbane schon einige Erfahrungen mit aufregenden und tollen Busfahrten gesammelt. Wohlbehalten kamen wir auf dem Campingplatz an und verschwanden alsbald in den Betten.
Morgen steht ein Abstecher hoch in die Berge, in den Rainforest, auf dem Programm.


28. Tag          
Abstecher nach KURANDA,  Fahrt nach PORT DOUGLAS
                                                                        
Früh den Caravanplatz verlassen, zu Brits gefahren, die Lampe richten lassen und den Gaskocher umgetauscht. Die Gasdüsen waren verstopft und die Flamme dementsprechend dürftig. Alles dauerte seine Zeit und danach sind wir nach KURANDA losgedüst. Erst ein Stück HWY, dann schraubte sich eine schmale Straße in die Berge hinauf. Rechts und links nichts als herrlicher, undurchdringlicher Regenwald. Man glaubt es kaum, je mehr man in den Norden kommt, umso wärmer und tropischer wird es. Bei uns ist es ja gerade umgekehrt.

Regenwald / Farnbäume

Kuranda ist ein beliebtes Dorf mitten im Regenwald, im ATHERTON TABLELAND.
Mit der hundertjährigen Eisenbahnlinie Cairns – Kuranda, kann man eine spektakuläre Zugfahrt unternehmen. Sie führt durch Zuckerrohrfelder hinauf in den Rainforest, überspannt Schluchten, durchschneidet Gebirge und hält an aufregenden Lookouts. Die Ausblicke, u.a. auf riesige Wasserfälle, die sich in Schluchten stürzen, sind atemberaubend schön.


Barron Falls

Der Bahnhof von Kuranda ist eine Sehens-würdigkeit für sich. Er ist überwuchert mit Farnen, Orchideen und tropischen Pflanzen, die wir nicht einmal im Botanischen Garten zu München finden. Der letzte Bahnhofvorsteher hatte, mangels Zügen zum Abfertigen, soviel Zeit, dass er einen tropischen Garten auf den Bahnsteigen anlegen konnte.

Bahnhof Kuranda

Kunst – und Handwerksprodukte, Obst und Gemüse von nahen Feldern, werden auf den Kuranda MARKETS feilgeboten. Auch ein HONEY HOUSE lädt zum Verkosten von 10 verschiedenen Sorten Honig ein. Sehr interessant ist das TJAPUKAI ABORIGINES DANCE THEATRE. Mit Tanzvorführungen wird dem Zuschauer ein Einblick in die 40.000 Jahre alte Kultur der Aborigines gewährt. Mit Humor und ursprünglicher Musik werden die überlieferten Geschichten und ´Träume´ beschrieben. Die Kultur der Aborigines wird als eine der Ältesten der Welt angesehen.  
Als wir uns auf dem Rückweg nach Cairns befanden, zog ein unglaubliches, lautes Gekreische unsere Aufmerksamkeit auf sich. Tausende FLYING FOXES krakelten, Kopf unter hängend, hoch oben in den Bäumen. Mit dem Foto zogen wir los, um dieses Spektakel für unsere Nachwelt aufzunehmen. Leider hingen die Viecherl so hoch, dass nicht viel zu sehen war. Trotzdem machten wir noch einen schönen Waldspaziergang und fuhren an die Küste zurück. Nach einem schnellen Essen ging es weiter nach PORT DOUGLAS. Hier fanden wir einen sehr schönen Campingplatz, ca.100m vom Strand entfernt fanden.
Wie schon ab Rockhampton (tropischer Wendekreis des Steinbocks), große Warnschilder vor dem BOX JELLY FISH, auch genannt ´MARINE STINGERS´. Eine giftige Quallenart, die tödlich für Menschen sein kann und zwischen Oktober und April auftritt. Diese Quallenart sondert über Tentakeln ein Nervengift ab, das zur Atemlähmung führen kann. Zur ersten Hilfe sind bei den Warnschildern Essigflaschen deponiert, man sollte aber sofort einen Arzt aufsuchen. Manche Buchten sind mit Netzen abgesichert. Es ist aber ratsam nicht ins Wasser zu gehen, und das ausgerechnet in der heißen Sommerzeit.

Warnschild und Essigflasche

Port Douglas ist ein nettes Hafenstädtchen, blitzsauber und mit vielen kleinen Restaurants, Cafés und Geschäften. Das mehrere Millionen Dollar teure ´SHERATON MIRAGE´, mit eigenem Golfplatz inmitten einer künstlich angelegten Seenlandschaft, ein neuer Hafenkomplex mit Luxusjachten aus aller Welt und ein topmodernes Einkaufszentrum machen deutlich, dass dieser Ort ein recht exklusives Image hat. Hier haben die Japaner kräftig investiert. Hauptattraktion ist aber der unglaublich schöne, lange Sandstrand, die FOUR MILE BEACH, mit herrlichem Regenwald gesäumt.
Im SHIPWRECK MUSEUM kann man einige der vielen Schiffswracks anschauen, die alle am Reef gescheitert sind. Sehr beliebt ist auch die HARTLEYS CREEK CROKODILE FARM, wo man aus sicherer Entfernung die Reptilien bewundern kann.
Auf unserem Abendspaziergang durch den gemütlichen Ort suchten wir noch eine offene Apotheke, die aber schon geschlossen hatte und verzogen uns bald todmüde ins Bett. Gute Nacht…

29. Tag          
Durch den DAINTREE NP, nach CAPE TRIBULATION und nach ATHERTON
                                                                 
Bevor wir uns zu dem Abenteuer Cape Tribulation aufmachten, gingen wir noch mal in die Apotheke und kauften Wundpuder für meinen Allerwertesten. Dieser war vom vielen Schwitzen entzündet und ich hatte das Gefühl, auf einem Stück rohem Fleisch zu sitzen. Wer jemals vom Reiten einen ´Wolf´ hatte oder zumindest davon gehört hat, weiß, wovon ich rede. Besonders nachts war es schlimm, es brannte und juckte und ließ mich nicht schlafen. Dann kam Claudia auf die Idee mit dem Wundpuder. Von diesem Moment an wurde es besser.
Aber dann ging es los. Auf dem letzten Stück HWY Nr.1, er endet in MOSSMAN, einem Zuckerrohr Örtchen und touristischer Ausgangspunkt für Wanderungen in den üppigen, tropischen Regenwald mit herrlichen Wasserfällen und zahlreichen Flüssen.
Kurz vor DAINTREE VILLAGE zweigt eine kleine Straße zum Daintree River ab, den wir auf einer Fähre überquerten.

Fähre über Daintree River

An beiden Ufern dichter Mangrovenwald und mit jeder Menge Krokodilen bevölkert. Diese liegen freundlich grinsend am Ufer und warten auf touristisches Frischfleisch. Leider sahen wir von den possierlichen Tierchen nicht einmal eine Schwanzspitze. Aber sie sind da und überaus gefährlich.

Warning: Crocodiles

Von der Fähre runter auf eine schmale Asphaltstraße, die aber bald in eine noch schmalere Rappelpiste überging. Über Stock und Stein, durch riesige Schlaglöcher, die unvermittelt auftraten, mal steil abwärts und wieder steil nach oben, führte uns der Weg durch den dichten Regenwald. Dann wieder traumhafte Ausblicke auf Buchten, wo wir den Eindruck hatten, hier ist noch unberührte, ursprüngliche Natur. Diese raue Piste ist in der Regenzeit nur mit 4Wheel Drive zu befahren oder auch gar nicht. Zahlreiche Flüsse, die von den Bergen hinab fließen, münden ins Meer.

Über Holzbohlenbrücke

Abenteuerliche Holzbrücken, die sehr schmal sind und nur im Schritttempo zu überqueren sind, überspannen die Flussläufe. Zum Teil fließen die Flüsse einfach nur so über die Piste und bei Hochwasser ist an einem Durchfahren nicht zu denken.
Am COOPERS CREEK machten wir eine Pause und sahen uns so eine Flussmündung an. Herrlicher, breiter, weißer Sandstrand, eine traumhafte, lang gestreckte Bucht mit dicht bewaldeten Ufern, keine Menschenseele. Es ist das Paradies schlecht hin. Und wir wissen natürlich, dass in dieser Idylle die gefährlichen Salzwasserkrokodile lauern.

Cooper Creek Mündung

Weiter geht die Fahrt zum Cape Tribulation, welches zu den berühmtesten Naturschön-heiten Queensland gehört. Hier steigt der unberührte Regenwald bis auf 1400m hinauf und scheint sich gleichermaßen wieder ins Meer zu stürzen.
Das Cape Tribulation ist unser nördlichster Reisepunkt. Von hier aus kann man auch weiter die CAPE YORK Halbinsel, den nördlichsten Zipfel Australiens, mit dem Geländewagen auf einem 1000km langen Track befahren. Aber dazu braucht man noch einmal mindestens drei Wochen Zeit um diese Wildnis zu erforschen, wo sich Sumpfgebiete, zerklüftete Berge mit klaren Flüssen, trockenes Steppenland mit riesigen Termitenhügeln und wieder tiefgrüner, üppiger Regenwald abwechseln. Aber das ist eine Reise für sich und nicht eingeplant.

 
Nördlichster Punkt am Cape Tribulation

In einem Resort essen wir zu Mittag. Es sind viele junge Leute da, die von hier aus geführte Ausflüge und Exkursionen in die Wildnis machen. Eine nette, junge Australierin, die in der ´Jungle Bar´ als Bedienung jobbte, erzählte uns:  … viele Leute kommen mit sauren Gesichtern hier an und schon nach einem Tag Aufenthalt strahlen sie um die Wette und sind traurig, wenn sie wieder abreisen müssen… Ja…der Regenwald mit seiner verschwenderischen Üppigkeit, die hautnahe Berührung mit dieser wunderbaren Natur sind für Leib und Seele der Menschen eine Wohltat. Zurück zum Daintree River. An der Fähre stand ein Farmer, der von der eigenen Plantage frisch geerntete Bananen anbot. Ich fiel fast aus dem Auto… ein Kilo Bananen…einen Dollar. Wir aßen in einem Rutsch drei, vier Stück…ein solch himmlischer Geschmack…kauften noch ein Kilo, setzten über den Fluss und unsere Fahrt über Mossman nach MAREEBA und ATHERTON fort.
Mareeba ist das Zentrum des Tabakanbaus und die Holzindustrie trägt zum Reichtum der Region bei. Das weithin bekannte RODEO, das im Juli stattfindet, lockt zahlreiche Besucher von nah und fern an und das kleine Örtchen platzt dann aus allen Nähten. Über eine enge Bergstraße schraubten wir uns immer höher und gelangten so in das ATHERTON TABLELAND. Eine sehr fruchtbare Hochebene mit angenehmem Klima und idealen Voraus-setzungen für eine intensive Landwirtschaft. Hier ist die dicht besiedelste Gegend des tropischen Nordens. Verschiedene Früchte- und Gemüsesorten, Nüsse und Tabak wachsen recht üppig in dieser regenreichen Region. Die einzige Milchwirtschaft des tropischen Nordens versorgt ganz Queensland mit allerlei Milchprodukten und Käse.
In Atherton, im Zentrum der Hochebene, nahmen wir auf einem neueren Campingplatz Quartier und hatten mal wieder ´große Wäsche´. Der Himmel zeigte eine graue bis schwarze Färbung und ließ nichts Gutes ahnen. Wir lagen schon in der Falle und der Regen tröpfelte aufs Dach. Wir rafften uns auf und galoppierten im Nachthemd über die Wiese, nahmen vorsichtshalber die Wäsche von der Leine und verteilten die feuchten T-Shirts, Hosen usw. im Auto… wo gerade Platz war.
In der Nacht brach ein schweres Gewitter vom Himmel und mit Entsetzen fiel mir ein, dass wir unter einem großen Baum mit weit verzweigten Ästen standen.
Blitze zuckten, der Donner krachte, die Sturmböen rüttelten am Auto und die sintflutartigen Regengüsse platschten an die Fenster. So könnte es sein, wenn die Welt untergeht. Es war unmöglich, das Auto bei diesem Wetter woandershin zu stellen.
Aber auch diese aufregende, unruhige Nacht ging vorbei. Der Blitz hatte uns nicht getroffen und am Morgen regnete es normal.
 
30. Tag          
Über MILLA MILLA FALLS nach RAVENSHOE, die MILLSTREAM  FALLS und zur UNDARA LAVA LODGE

Nach dieser turbulenten Nacht waren alle Wiesen und Wege abgesoffen. Wir frühstückten kalt, verpackten und verstauten alles wie gewohnt und… ja… äh…hm…aber wohin mit den nassen Klamotten!? Erfinderisch wie wir sind, spannten wir eine Strippe kreuz und quer im hinteren Teil des Autos, hingen die Wäsche auf und zogen wie die Zigeuner los. Außen Regen und innen feuchte Wäsche, da mussten wir nicht lange auf unangenehmes Fenster-beschlagen warten. Na ja, irgendwie bekamen wir auch das in den Griff.

Caravanpark Atherton

Die Fahrt führte uns durch das Atherton Tableland, das ca. 700 – 1000m über dem Meeresspiegel liegt und weitläufig von Bergen umschlossen ist. Eine vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft, die aus Regenwald, fruchtbaren Ackerböden und Kraterseen besteht. Die Vulkanseen LAKE EACHAM und LAKE BARRINE, beliebte Ausflugsziele, sind durch unterirdische Kanäle mit einander verbunden. Am Lake Barrine wurden Pythonschlangen entdeckt und der überaus scheue und seltene CASSOWARY lässt sich hier gelegentlich blicken.

Cassowary

Dieser seltene Schreitvogel, er hat ungefähr die Größe eines EMUS, sieht wie ein Fabelwesen aus. Er hat halbhohe, kräftige Beine mit je drei Krallen daran. Die mittlere Kralle ist wesentlich größer und dient als Waffe. Ein Stoß an die Brust eines Rivalen oder Menschen kann ohne weiteres den Tod bedeuten. Der Körper ist mit schwarzen Federn bedeckt, der Hals leuchtet kobaltblau und auf dem Kopf trägt er eine Hornhaube. Am Hals baumeln zwei knallrote Hautlappen und der Schnabel ist lang und stark. Leider war es uns nicht vergönnt, diesem merkwürdigen Vogel persönlich zu begegnen.
Wir fuhren durch grüne, hügelige Landschaft, die sehr an den Allgäu erinnerte und nicht zu glauben, es standen auf den fetten Wiesen friesische und holsteinische Kühe, schwarz/weiß und mit prallen Eutern.

Landschaft mit Kühen

Wir hatten Glück, der Regen machte immer wieder Pause und wir konnten die MILLA MILLA FALLS besuchen. Nach dem Unwetter war das Wasser gelb und trüb und stürzte in einen natürlichen Felstrichter.

 Milla Milla Falls

RAVENSHOE liegt 904m ü.d.M. Das Städtchen ist der Übergang vom üppigen Atherton Tableland in´s ebene, trockene OUTBACK. Hier besuchten wir ein Informationszentrum und erstanden ein Poster von dem seltenen CASSOWARY. Ein empfohlener Umweg in einen nahen Regenwald kostete uns kostbare Zeit und doch sind wir dem interessanten Schreitvogel auch hier nicht begegnet. Leider…
Weiter ging es zu den MILLSTREAM FALLS, wo wir einen vom Regen aufgeweichten Pfad absteigen mussten. Aber der Anblick dieses weit verzweigten, wilden Wasserfalls, der über schwarzes Vulkangestein, durch Spalten und Ritzen sich seinen Weg sucht, über breite, meterhohe Kaskaden, Gischt sprühend und tosend in die Tiefe stürzt, entschädigte uns für diese Rutschpartie.

Millstream Falls

Die Sonne schaute ein wenig hinter den Wolken hervor und es wurde schnell drückend und schwül. Am Parkplatz stand eine ´Bushtoilet´, Plumpsklo, das wir benützten, als ganz in der Nähe ein KOOKABURRA lachte. Er saß auf einem Ast, beäugte uns aus sicherem Abstand und dachte nicht daran noch einmal zu lachen. Nett sieht er aus, der lustige Riesen-eisvogel.
Weiter ging die abenteuerliche Fahrt über schmale, zum Teil nicht asphaltierte Straßen, vom Regen ausgewaschene Löcher und Rinnen. Wieder goss es in Strömen und die Hügel verschwanden in den tief hängenden Wolken.
Fast unbemerkt veränderte sich das Land-schaftsbild. Die Vegetation wechselte von sattem Grün in hellere, lichte Farben, der Boden wurde trockner, felsiger und durch gelbliches Gras schaute roter Sand. Die Straße war jetzt einspurig asphaltiert. An der rechten und linken Seite eine roter Sandpiste zum Ausweichen. Es war unverkennbar, wir verließen das Atherton Tableland.
Etwa 60km von Ravenshoe entfernt, bei MOUNT GARNET, wurden wir an einer Quarantäne Station angehalten. Öfter hatten wir das schon gesehen, das war aber immer auf der anderen Seite der Straße. Jetzt tappten wir selbst voll rein. Die Quarantäne Station ist eine Patrouille gegen die Einführung der Fruchtfliege. ´Was führen Sie an Obst und Gemüse mit? ´ wurden wir gefragt. ´Bananen´. Der Mann hielt uns einen Eimer unter die Nase. ´Tun sie die Bananen da hinein oder essen Sie die auf ´. Wir mampften das zweite Kilo köstlicher Bananen unter Aufsicht in uns rein und ließen die Schalen in den Eimer fallen. ´Haben Sie noch etwas vergessen? ´ ´Nein, das war alles, was wir dabei hatten´. ´Danke, dann gute Fahrt ´.
Puh… ein Glück, dass der Mann nicht in unseren Eski geschaut hatte und auch nicht unter die Bank. Im Eski waren noch zwei Bananen, Tomaten, eine halbe Melone und in der Bank hatten wir Kartoffen und Zwiebeln gelagert. Alles wäre der Quarantäne-bestimmung zum Opfer gefallen. Nun ja, wir gingen davon aus, dass wir keine Fruchtfliegen an Bord hatten.

Desertpea am Steuer

Es ging merklich bergab, der Regen ließ nach und der Himmel schaute wieder etwas freundlicher aus. Zwischen Büschen, Bäumen und hellem Gras tauchten Termitenhügel in allen Größen auf. Hier waren sie abgerundet, kompakt und der Bodenfarbe angepasst. Knallrot… Es ist fast ein bisschen unheimlich, man hat das Gefühl, dass die Termitenhügel uns beobachteten. Manchmal sah es wie eine Versammlung von geduckten Menschen aus, die etwas Unheimliches und Schlimmes im Schilde führten.
Nach flotter Fahrt bogen wir links vom HWY ab und fuhren eine ganze Weile über eine Sandpiste immer tiefer in wunderschönes Buschland hinein. Hohe, lichte Eukalyptus-bäume und herrliches, goldblondes hohes Gras. Ich hielt nach rechts und links Ausschau, um endlich frei lebende Kangaroos im Busch zu sehen. Die perfekte Tarnung der Tiere macht es schwer, wenn man wie ich keine Ahnung hat, wo man hinschauen muss.
Dann ein Schild und wir hatten die UNDARA LAVA LODGE erreicht.
Was für eine Überraschung… Inmitten dieser herrlichen Buschlandschaft standen – wie zufällig – zahlreiche, alte Zugwaggons.

  Zugwaggons im Busch

An der Rezeption, in einem Zugabteil, buchten wir einen Stellplatz für die Nacht und eine halbtägige, geführte Exkursion zu den UNDARA LAVA TUBES. Etwas ab vom Schuss lag der Caravanpark. Ein Park im wahrsten Sinne. Ursprünglich, liebevoll angelegt, ohne Gatter und Zäune und mit direkten Zugang in den Busch. Es regnete nicht mehr, reihum hörten wir das Gelächter der Kookaburras, es duftete nach Eukalyptus und im Dämmerlicht kamen sie.
Plopp, Plopp, Plopp. Eins nach dem anderen hüpften die beige-grauen Kangaroos aus dem Busch und statteten uns einen ersten Besuch ab. Ich war hin und weg, hatte ich doch mit solch einem Erlebnis nicht gerechnet. Sie sahen witzig aus mit ihren kurzen Vorderbeinen, den kräftigen Sprungbeinen und dem langen Schwanz, der als Stütze dient. Sie haben ein seidenweiches Fell, große Lauscher und einen schmal geformten Kopf. Wunderschöne, große schwarze Augen, die mit langen Wimpern besetzt sind, so dass man richtig neidisch werden könnte.

Kangaroos

Die Dunkelheit brach über uns herein. Wir versuchten in unserer platzeigenen Feuerstelle ein Feuer in Gang zu bringen. Das ging voll in die Hose, weil sogar das Papier so feucht war, dass es partout nicht brennen wollte. Nach längeren Mühen setzten wir kurzerhand das Windlicht in die Feuerstelle und hatten noch einen sehr schönen Abend. Die Wäsche war immer noch nicht trocken, aber das Bier hat uns gut geschmeckt.
Die Wolken lösten sich auf, Sterne blickten auf uns nieder und der Mond, gut halb voll, tauchte den Busch in ein fahles Licht. Geheimnisvolles Rascheln, Grillen und Zikaden gaben ein Konzert und das unverwechselbare Hüpfen der Kangaroos war die ganze Nacht zu hören.
Aber trotzdem war es eine unglaubliche Stille…

Fortsetzung folgt




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