On the Wallaby... oder Alle Wege sind weit in Australien

 


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8. Tag         

Flug von SYDNEY, NEW SOUTH WALES  nach  ALICE SPRINGS, NORTHERN TERRITORY

Ein schnelles Frühstück, Gepäck im Auto verstaut und schon ging es zum Flughafen. Claudia gab den PKW bei Hertz ab, einchecken, was gar nicht so einfach war, weil Claudias Teilticket schon rausgerissen war.
Nach längerer Diskussion und einem Telefonat, einem Gang zur Vorgesetzten, die dann das Okay gab, konnten wir noch eine Tasse Kaffee mit Sandwiches zu uns nehmen. Das Ticket fand sich dann doch noch.
In Frankfurt hatte die Schalter-dame versehentlich ein Ticket zuviel heraus-gerissen und einfach hinten wieder hinein gesteckt. Ohne Englisch wäre jeder in so einem Fall aufgeschmissen. Dann saßen wir im Flieger und los ging es zum nächsten Abenteuer.
Nach gut 3 Stunden Flug: Anflug in einer großen Kurve, knapp über Berge, die MACDONNEL RANGES, auf eine kurze Landebahn zu, die eher für Sportflugzeuge gebaut scheint und nicht für eine große Maschine. Aber es ging alles gut und wir waren im Roten Herzen von Australien.
Mit dem Shuttlebus fuhren wir nach Alice Springs, luden einige Leute in verschiedenen Hotels ab und wurden selbst bei BRITS mit unseren 6 Gepäck-stücken ausgeladen.
Hier nahmen wir den Bushcamper, einen Toyota Landcruiser  4 WHEEL DRIVE, hochbeinig, mit Vierradantrieb, einer bescheidenen Camping-ausrüstung und Schlafdach,
in Empfang.
Zusätzlich zu der Buchung über unser Münchner Reisebüro kamen noch Kosten für Ausrüstung und Versicherung hinzu. Pro Tag $ 40,-Vollkasko, die gleichzeitig die Ausrüstung, die Endreinigung und die Fridge beinhalten, oder $ 15,- täglich nur Teilkasko und die Ausrüstung und Fridge extra. Das macht für 8 Tage gut $ 400,- nicht einkalku-lierte Kosten aus.Dank Claudias hervorragenden Englischkenntnissen bekamen wir die Fridge zum halben Preis, $ 6,- pro Tag, wohl auch weil der Typ zu faul war, die Fridge auszubauen. Die Versicherung schloss sie mit $ 15,- pro Tag und Selbstbeteiligung ab, musste aber noch $ 1000,- als Sicherheit hinterlegen. Als ob man mutwillig die Autos zu Schrott fährt.

 In Alice Springs

Nach diesen ersten Aufregungen beluden wir den Bushcamper mit unserem Gepäck, fuhren zur nächsten Tankstelle, kauften Grundnahrungsmittel im Supermarkt ein und machten einen Rundgang durch die Fußgängerzone, The Todd Mall.
Heißt in Sydney ein Stadtteil ´LEICHHARDT´, so entdeckten wir hier die ´LEICHHARDT TERRACE´.

Ludwig Leichhardt

Der Naturwissenschaftler Ludwig Leichhardt war ein deutscher Forscher des 19. Jahrhunderts, der das Innere Australiens bereiste und den ersten Siedlern wertvolle Hinweise auf Siedlungs-möglichkeiten und gutes Weideland geben konnte.
Er war Botaniker, Biologe, Geologe und Land-vermesser, entdeckte Kohlevorkommen, benannte Pflanzen, Berge und Flüsse, die heute zum Teil noch so heißen und ist auf einer Expedition 1848 spurlos verschwunden.
Claudias Meinung nach, kann der Forscher am Coopers Creek umgekommen sein. Sie hat eine sehr schöne Dokumentation über Leichhardt gemacht und schreibt jetzt an einer fiktiven Abenteuergeschichte über diesen Forscher. Immer wieder begegnet uns Leichhardt auf unserer Reise, wir sind ja auch auf seinen Spuren in diesem Land unterwegs.
Erster Eindruck von ALICE SPRINGS: viele verkommene und betrunkene Aborigines, die im ausgetrockneten Flussbett des TODD RIVER unter Bäumen lagern, in den Straßen herumlungern. Die Kinder sind zerlumpt und dreckig. Die Gesichter mit den breiten Nasen wirken freudlos und düster. Viele scheinen entwurzelt und der Meinung, dass die Weißen ihnen ihre Träume genommen haben und damit ihre Wurzeln. Sie resignieren und nehmen die Sozialhilfe, die die Weißen ihnen zahlen quasi als Wiedergutmachung an.
Die Aborigines leben noch nach ihrer jahr-hundertealten Tradition: was sie der Erde entnehmen und nicht mehr brauchen, wird der Erde wieder zurückgegeben.
Heute heißt das, leere Flaschen, Dosen, Plastik usw. aus dem Supermarkt bleiben liegen, wo der Müll hinfällt und der Todd River sieht dementsprechend aus.
Aber nicht alle Aborigines sind dem Alkohol verfallen, sie leben und arbeiten z.B. in HERMANNSBURG, einer Mission, ca. 140km von Alice Springs entfernt.
STREHLOW, ein deutscher Missionar, hatte diese Mission gegründet, das Vertrauen der Aborigines gewonnen und sich sehr für sie eingesetzt.
ALICE SPRINGS ist ein nettes Städtchen, mit ca. 25000 Einwohnern, einigen modernen Hotels mit Swimmingpool und viel Grün drum herum. Eine Fußgängerzone, The Todd Mall, mit zahlreichen Geschäften, Boutiquen und Restaurants, Kinos und Nightclubs.

 The Todd Mall

Aber auch eine ganze Menge Sehens-würdigkeiten: über Geschichte und Kultur der Ureinwohner, die Pionierzeit der weißen Ein-wanderer und die Einrichtung der ersten Tele-graphen Station.
1870 wurde im heißen „OUTBACK“ die „OVERLAND TELEGRAPH STATION“ gebaut. Der Wegbereiter war STUART, ein Forschungs-reisender, der vom südlichen PORT AUGUSTA in den Norden, nach DARWIN eine Überland-verbindung herstellte. Etwa in der Mitte, dem heutigen Alice Springs wurde die telegraphische Schaltstation errichtet. Von JAVA hatten die Engländer bereits ein Unterwasserkabel nach DARWIN gelegt. Dank der Telegraphenlinie und der Telegraphen Station in Alice Springs, konnte man jetzt vom besiedelten Süden Australiens über INDIEN mit dem Mutterland – England – kommunizieren.

 Overland Telegraph Station

Heute kann man die Originalgebäude und -einrichtungsgegenstände dieser ersten Siedlung im Outback besichtigen.Mit der Einrichtung ALICE SPRINGS SCHOOL OF THE AIR, ist es dank der modernen Technik möglich, Kinder auf den weit entfernt liegenden Farmen über Radio zu unter-richten. Der ROYAL FLYING DOCTOR SERVICE, ein aus Spenden finanzierter ärztlicher Flugdienst, ist für alle Menschen, die in den unwegsamen Weiten des Outbacks leben und arbeiten von lebenswichtiger Bedeutung.
Die Umgebung von Alice Springs ist eine der einsamsten und geologisch ältesten Natur-landschaften der Welt. Das Farbenspiel dieser Gegend, kräftig roter Boden, das Grün der spärlichen Vegetation, der blaue Himmel, die unerbittlich scheinende Sonne, sind von einer unglaublichen Faszination.
Aber jetzt erst mal genug der Schwärmerei.
Etwas außerhalb der Stadt stellten wir uns auf einen neuen, modernen Campingplatz, CARAVAN PARK und bezogen so recht und schlecht das Auto, unser Zuhause für die nächsten Tage.

Im Caravan Park


Wir verstauten Kartoffeln und Spaghetti unter die Bänke, bestückten die Fridge mit Butter, Eier, Milch und Käse. Der Typ von Brits meinte, wir könnten ruhig die Fridge über Nacht auf „klein“ laufen lassen.
Am späten Nachmittag probierten wir den Campingkocher aus. Es gab Lammkoteletts, Pellkartoffeln und Tomatensalat. Es wird sehr früh und schnell dunkel, um 6:30pm ist Sonnen-untergang. Etwas später ging es unter die Dusche und dann ans Betten bauen. Die Koffer standen noch zwischen Spüle und Bank. Wohin damit, wenn kein Platz für Koffer vorgesehen ist?
Da gab es nur eine Möglichkeit - auf den Beifahrersitz! Gesagt und getan. Aber halt, erst noch die Klamotten für morgen früh rausnehmen.
So, jetzt bauen wir das Bett. Auf dem 1. Stock – ca. 60 cm unter dem Dach– werden 4 Bretter, die am Tage rutschfest hinter den Sitzen verstaut sind, aufgelegt. Darauf kommen Polster, die zusammen mit den Schlafsäcken, Kopfkissen und Laken auf dem Dach des Führerhauses tagsüber unterge-bracht sind. Dann das erste Bettlaken auf die Polster, eingeklemmt und glatt gezogen. Ein zweites Laken und der offene Schlafsack zum Zudecken oben darüber. Das klingt ja nicht so schlimm, aber dieses zu tun ist nur auf dem Bauch liegend möglich, weil der Platz nach oben jetzt nur noch 50 cm beträgt.
Ein Glück, dass ich noch so rüstig und gelenkig bin.
Völlig genervt und erschöpft von dieser unge-wöhnlichen Tätigkeit, krochen wir, Beine voran, in diesen Kokon. Liegend, von der Nase zum Autodach waren es jetzt nur noch ca. 30 cm Bewegungsspielraum
. Zum Glück war auf jeder Seite ein Schiebefenster, so war jedenfalls für Frischluft gesorgt. Das Herabsteigen spottet jeder Beschreibung und ich musste in dieser Nacht sehr häufig raus.
Trotzdem hatten wir unseren Spaß und amüsierten uns über die Verrenkungen und unseren Einfalls-reichtum, um mit der Situation fertig zu werden.
Die Nacht war nicht so besonders und wir sind vor Sonnenaufgang, 6:30am, wieder aufgestanden.


Nach der Morgentoilette
 

9. Tag          Zum AYERS ROCK
 
Duschen, Frühstück am Campinggasherd gemacht, alles verpackt und verstaut, die Koffer stehen wieder zwischen Spüle und Bank, die Fridge gab komische Geräusche von sich und beim Starten des Autos wussten wir warum. Die Autobatterie war leer…  Verdammter Brits – Typ… Unfähiger… Von wegen: die Fridge können Sie auf ´klein´ laufen lassen.
Glücklicherweise hatten unsere Nachbarn, ein junges Pärchen, auch einen Diesel und ein wunder-bares Startkabel. Danach wurde die Fridge nur noch angestellt, wenn wir fuhren.         
Mit Verspätung machten wir uns auf den Weg zum AYERS ROCK, 450km von Alice Springs entfernt. Die erste und einzige Abzweigung kam nach 200 km.
Das Auto ist hoch, man schaut ein wenig von oben herab, und ich bin das erste Mal ca. 150 km auf der linken Straßenseite gefahren. Eine große Umstellung, aber es macht Spaß.
Es begegneten uns einige ROADTRAINS; mit drei Anhängern sind sie 50 m lang, da machten wir uns lieber ganz schön dünn auf der Straße.
Die Landschaft ist sehr karg und trocken, mal flach, dann wieder wunderschöne, rote Sanddünen, die in der Sonne zu glühen scheinen.


Rote Sanddüne

Schau da ist… nein, nicht der Ayers Rock.
Ein Tafelberg tauchte plötzlich linkerhand auf, MOUNT CONNOR, der schön zum anschauen ist, aber ohne touristische Bedeutung.

Mount Connor


Einige Adler und Raubvögel flogen vor uns auf und gaben den Blick frei auf ein totes Tier, was die nächtliche Straßenüberquerung nicht überlebt hatte. Meistens ein kleines oder großes Kangaroo.
Zwischen 4:pm und 5:pm; plötzlich tauchte er auf, dieser gigantische AYERS ROCK. Mitten in einer flachen Gegend liegt er da, knallrot, von der Nachmittagssonne angestrahlt und man spürt sofort, dass etwas unglaubliches, Mystisches von diesem Koloss ausgeht.


Ayers Rock / The Climb

Für die Aborigines, die Ureinwohner Australiens, ist ULURU das größte Heiligtum, denn hier ver-binden sich zahlreiche SONGLINES und TRAUM-PFADE zu einer mythologischen Einheit, die ihren Höhepunkt in dem riesigen Sandsteinmonolithen findet, der sich fast 400 m aus der Landschaft erhebt.
(in der Abor. Sprache heißt der Ayers Rock – Uluru, was im Englischen zu YALARA wird)

Einige wenige Höhlen, es sind eher Felsüberhänge oder von herabgestürzten Stein-brocken gebildete Hohlräume, die nach vorn offen sind, zeugen davon, dass die Aborigines hier auch heute noch ihre geheimen Riten abhalten. Seit einiger Zeit dürfen die Touristen diese Orte nicht mehr betreten. Am liebsten würden die Aborigines auch die Besteigung des ULURU verbieten, weil die Touristen in ihren Augen dieses Heiligtum ent-weihen. Kein Ureinwohner würde je diesen Berg besteigen und aus ihrer Sicht ist es auch ver-ständlich.
Aber gerade das Besteigen ist „die“ Touristenattraktion Nr. 1.
Jahrzehntelang war das Gebiet um den Ayers Rock unter Verwaltung der Weißen. Mitte der 80er Jahre wurde der ULURU - KATA TJUTA NATIONALPARK geschaffen und den Aborigines zurückgegeben. Heute steht der Nationalpark unter Verwaltung der Aborigines mit eingeschränktem Nutzungsrecht der Weißen. Von den Einnahmen aus Hotels, Campingplatz, Eintritt – wir zahlten 
25,- $ für 4 Tage-, Verkauf von Kunstgegen-ständen, Restaurant usw. wird den Aborigines eine Pacht bezahlt.
Bevor wir Quartier im Caravan Park nehmen, umfuhren wir den ULURU und bestaunen diesen Klotz von allen Seiten. Er hat eine etwas ovale Form mit teilweise stark zerklüfteten Steilwänden. Es heißt, der Ayers Rock sei ein Monolith, aber es ist wahrscheinlicher, dass er die Spitze eines alten, versunkenen Felsmassives ist. Sicher ist, dass hier in grauen Vorzeiten einmal Wasser war.
Der Caravan Park liegt zwischen roten Sanddünen. Von einem Sandhügel kann man in etwa 20 km Entfernung den AYERS ROCK  und ca. 40 km entfernt die OLGAS sehen. Morgen fahren wir zuerst zu den OLGAS, KATA TJUTA von den Aborigines genannt, was etwa „Viele Köpfe“ bedeutet. Die OLGAS sind immerhin 200m höher als der AYERS ROCK und die Oberfläche hat durch Winderosion eine sehr interessante Struktur erhalten.

10. Tag         Zu den OLGAS, KATA TJUTA
 
Mit Sonnenaufgang 6:45am aufgestanden. Duschen, Frühstück, alles verpackt und verstaut, das Auto sprang problemlos an und los ging es zu den OLGAS. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer roten Sanddüne mit Informationszentrum vorbei. Es war schon ziemlich heiß und die Fliegen lästig.
Verschiedene Tafeln gaben Auskunft über Pflanzen, Bäume und Tiere die in dieser lebens-feindlichen Gegend zu Hause sind. Echsen, Leguane, Schlangen, Skorpione, große und kleine Käfer usw., Spinifexgras, für die Tiere nicht genießbar und verschiedene Pflanzen, die kaum Wasser brauchen. Ein hier sehr häufig vorkom-mender Baum, die DESSERT-OAK, zu Deutsch WÜSTENEICHE, hat mit unserer Eiche absolut nichts zu tun. Dieser Baum hat keine Blätter, sondern lange, dünne Nadeln und sie spenden sogar spärlichen Schatten. Nirgendwo anders haben wir die Wüsteneichen gesehen, als hier in der heißen Mitte von Australien. Von den Tieren war natürlich nichts zu sehen, was nicht verwun-dert bei der Hitze und den Leuten, die neugierig danach Ausschau halten.
In einiger Entfernung sahen wir die OLGAS, KATA TJUTA, einzelne Felsendome; grau-rötlich und geheimnisvoll in der Morgensonne liegen.
Die Olgas sind nicht zu besteigen, aber es gibt einen sehr schönen Rundweg.

Kata Tjuta / Olgas

Mit Rucksack, Sonnenschirmchen über der Stirn, einer Riesenflasche Wasser, Sonnencreme und unzählige Fliegen überall, machten wir uns auf den Weg. Eine Gruppe junger Leute überholte uns, dann waren wir mit dieser grandiosen Bergwelt allein.
Gleißendes Licht, tiefblauer Himmel, das seltsame Gestein, wie ganz grober Ton, mit großen und kleinen Steinen durchsetzt. Die Felswände mit Löchern und Ritzen von Wind und Sonne ausgehöhlt. Ein Urgestein, abgerundet ohne jegliche Ecken und Kanten.

Urgestein

An den unteren Hängen, in wunderschönem Kontrast zum rötlichen Gestein, das leuchtend grüne Spinifexgras und herrliche, alte Eukalyptusbäume mit weißen Stämmen.
Der Weg führte jetzt bergauf, wieder bergab, durch eine schmale Stelle und plötzlich war der Wind da. Wir betraten das „TAL DER WINDE“.

Tal der Winde


In der Tat, ein Tal, herrlich grün, der Wind pfiff, sang und raschelte in den Eukayptusblättern, strich an den Felsdomen entlang, es flirrte, vibrierte und wisperte um uns herum. Man könnte meinen, Feen treiben ihr lustiges Spiel mit dem Wind und mit uns. Irgendwie waren wir nicht mehr auf unserem vertrauten Planeten. Waren wir etwa in eine andere, mystische Welt entführt? Eine Ur-Welt voller Geheimnisse die es zu ergründen galt?
Die Sonne, die erbarmungslos herab brannte, holte uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Wasser trinken!!!
Durch das Tal fließt ein Bach, aber nur wenn es geregnet hat. Jetzt war das Bachbett so trocken, als sei hier noch nie Wasser gewesen. Der Weg schlängelte sich durchs Gelände, steinig, mal hoch, mal runter, zwischen zwei Feldwänden hindurch. Die eine Seite wird von der Sonne angestrahlt und reflektiert das Licht auf die andere Wand.

Rotglühende Wand

Roter Blick

Rote Pause

Diese erglüht in verschiedenen Rot-Tönen, unglaublich und kaum zu beschreiben. Durch ein anderes Tal, in weitem Bogen, ging der Weg wieder zurück.
Irgendwann saßen wir unter einem Baum, der dürftigen Schatten spendete und labten uns am mitgebrachten Wasser. Auf halbem Weg ist ein Rastplatz mit Wassertank, der aber nur im Falle einer „Ersten Hilfe“ benützt werden darf. Also keine Dusche zur Erfrischung.

 Rast in den Olgas


Auf dem Rückweg kamen wir an einem abgebrochenen Felsblock vorbei, in dem ein riesiger Stein hing, der sofort mein Interesse weckte und meine Phantasie anregte.
Obwohl man den Weg nicht verlassen sollte, konnte ich nicht umhin, das Unerlaubte zu tun. Wie eine magische Kraft zog mich dieser Stein an. Vergessen die Hitze, die vielen Fliegen, ich musste dahin, egal was passiert, da steige ich hinauf…Was ich da sah und empfand …Mir fehlten die Worte.
Dieser Stein schien keine Berührung mit dem Felsen zu haben. Die Spalte, die sich dahinter auftat, barg einen weiteren Stein, der wie ein Sitz aussah.
Mir war es ganz plötzlich unheimlich, es war mir bange, ich hatte Herzklopfen, ich hatte das Gefühl, wenn ich mich jetzt bewege, stürzt der Stein herab. Etwas zwang mich, Platz zu nehmen und den Stein festzuhalten. Und dann nichts wie weg hier, bevor noch etwas passiert.

 Magischer Stein


War es die Urkraft, die ich gefühlt und gespürt hatte? Diese Magie, die von dem Jahrmillionen alten Gestein ausgeht? Was sind wir doch für kleine Wichte gegen diese Natur, die schon so lange vor uns auf der Welt war. Mir war, als ob ich von einer unsichtbaren Macht in Versuchung geführt wurde, dieses zu tun. Ein zweites Mal würde ich es nicht wagen!
Nach fünf Stunden waren wir wieder am Auto, sind zum Caravan Park im Yalara Tourist Resort zurück gefahren, haben später Spaghetti gekocht und sind mit den „Hühnern“ ins Bett. In der dritten Nacht im Bush-camper und nach diesem aufregenden Tag haben wir wunderbar geschlafen.


Mythologie der Aborigines

KATATJUTA besteht aus mehr als 50 Felskuppeln und erhebt sich bis zu 600 m über die Ebene. Der Überlieferung nach ist es eine weibliche Stätte und Männer sollten sich nicht in das Gebiet von Katatjuta begeben. Eine Anzahl von Traumzeit-ahnen soll mit diesem Ort in Verbindung stehen. Da sind: Die Schlange WANAMBI, die während der Regenzeit in einem der Wasserlöcher auf dem Gipfel des Berges lebt, sich in der Trockenzeit in eine der Schluchten begibt und mit dem Fels ver-schmilzt.
Viele Teile der Katatjuta beziehen sich auf Frauen, etwa die Höhlen an der Südseite des WALPA GORGE, einer Schlucht mit ca. 490 m hohen Wänden. Es wird berichtet, dass in diesen Höhlen einst Stapel von Korkholzbaumblüten waren, die in der Traumzeit von den Korkholz-Schwestern gesammelt worden waren.
Auf der Ostseite liegen die Lagerstätten der Mäusefrauen und des Bachvogelmannes, deren Mythen die Grundlage einer Fruchtbarkeits-zeremonie bilden. Einzelheiten sind nicht bekannt.
Eine spektakuläre Felssäule ist der verwandelte Körper von MALU, dem Kängurumann, der in den Armen seiner Schwester MULUMURA, einer Eidechsenfrau, im Sterben liegt.
Erzählt wird von den PUNGALUNGA- Männern und der Ahnengottheit YUEDUM, die der Menschheit die Pflanzennahrung schenkte.
Alles in allem scheint Katatjuta eine Fruchtbar-keitsstätte von großer Energie und damit den Frauen heilig zu sein.
(aus: Mudrooroo „ Die der Welt der Aborigines“ - Goldmann Taschenbuch)


11. Tag 
AYERS ROCK und KINGS CREEK

6:45am aufgestanden, Duschen, Frühstück, alles verpackt, verstaut und los ging’s zum AYERS ROCK. Am Parkplatz angekommen, wir waren heute richtig früh dran, sind wir natürlich nicht alleine. Jede Menge Busse mit noch mehr Japanern. Am Climb – Aufstiegspunkt – wimmelte es nur so von Touristen. Viele mit Netzen über den Sonnenhüten, wegen der lästigen Fliegen. Es war schon sehr heiß, und ein kräftiger Wind fegte über die Ebene und ließ da und dort schon mal eine rote „Staubhose“ aufsteigen.
Unten am Climb amüsierten wir uns über die Japaner, die in Scharen von oben herab schon auf dem Weg zurück waren und die tollsten Verren-kungen an der Eisenkette boten. Unten angekom-men, schnell noch ein Foto geschossen, in die klimatisierten Busse rein und weiter ging ihre Fahrt zur nächsten Attraktion. Aber diese „Besich-tigungen“ im Schnellverfahren kennen wir ja auch bei uns. Die Japaner bezahlen alles, und die Preise sind auch in Australien dementsprechend hoch.
Jetzt begannen wir mit dem Aufstieg. Erst frei-händig und, als es noch steiler wurde, gab es eine Eisenkette als Gehhilfe. Das Gestein ist relativ glatt, aber auch rau, und man kann gut mit griffiger Turnschuhsohle gehen. 
Der AYERS ROCK liegt 868 m über dem Meeresspiegel und ist 348 m hoch.
Die Wanderung zum höchsten Punkt ist ca. 1,6 km lang. Der Weg ist mit weißen Strichen, wie auf einer Landstasse, markiert, damit die Touristen sich nicht verlaufen.
Stück für Stück hangelten wir uns an der Kette nach oben. Ich habe ein paar mal zurückgeschaut und an die Leute gedacht, die ein Problem mit der „Höhe“ haben. Sie sollten möglichst auf eine Besteigung verzichten.

 Aufstieg an der Kette


Nachdem wir die steilste Strecke hinter uns hatten, ruhten wir in einer Felskuhle aus, tranken reichlich Wasser und genossen die herrliche Aussicht über diese unendliche, weite Ebene.
In manchen Felssenken, von Wind und Wasser ausgespült, gibt es bescheidenes Leben in Form einer Flechte oder eines winzigen Grashalms. Ansonsten ist der AYERS ROCK ohne jegliche Vegetation. Der Weg geht jetzt rauf und runter, durch bizarre und zerklüftete Felsmulden.

Felsmulden 

Zum Glück zeigen uns die weißen Striche, wie es weitergeht. Dann wird es ebener und wir sind am höchsten Punkt angelangt. Hier steht ein gemauer-ter Richtungsweiser und ich sehe deutlich, dass die Sonne im Norden steht. Bis jetzt hat mich diese Tatsache ganz schön verwirrt, aber in Australien ist eben alles anders herum. Wir suchten vergeb-lich nach dem ´Gipfelbuch´, an das sich Claudia erinnerte.
Ein wunderbares Gefühl machte sich breit, irgendwie fühlt man sich dem Himmel näher. Es geht eine eigentümliche Faszination von diesem „Felsklotz“ aus. Die Kraft und Ruhe, die dieser Berg ausströmt, scheinen durch die Füße in das Innere des Körpers zu dringen, ihn auszufüllen bis in das Bewusstsein, bis zum Bewusstwerden.
Ich habe in diesem Moment begriffen, wie sehr die Aborigines darunter leiden, dass ihr Heiligtum von den Touristen entweiht wird. Kein Aborigines kommt je auf die Idee, diesen heiligen Berg zu besteigen, ein Frevel, undenkbar.
Leider mussten wir bald den Rückweg antreten. Ein letzter langer Rundblick, die OLGAS in der Ferne, diese Weite der Ur- Landschaft, der Himmel übersät mit weißen Wolken und die sagenhafte Ruhe, wo selbst der starke Wind leise zu pfeifen schien.


I
n der Ferne die Olgas 

Noch einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche, und dann gingen wir den gleichen Weg zurück. Der Abstieg ist mühselig und die Eisenkette ein Segen, aber dann hatten wir es geschafft, statteten dem AYERS ROCK RESORT VISITORS and INFORMATION CENTER noch einen Besuch ab – Geschichte und Kultur der Ureinwohner usw. Wir sahen nicht einen einzigen Ureinwohner… Wo stecken sie eigentlich??? Sie ließen sich durch Filmchen, Geräusche, Kunstgegenstände und weißes Personal vertreten. Wie will man so seine eigene Sache glaubwürdig vertreten??
Wir starteten mit ziemlicher Verspätung, die Uhr zeigte schon 2:pm. Los ging es in Richtung KINGS CANYON, ca. 300 km entfernt, mit einmal links abbiegen.
Die Fahrt auf der Asphaltpiste ging flott voran und 35 km vor unserem eigentlichen Ziel, dem Kings Canyon, mussten wir die Fahrt abbrechen.

  Auf dem HWY

Die Dunkelheit war mal wieder schneller als wir. Der Caravan Park „KINGS CREEK HOMESTEAD“ hatte noch ein Plätzchen für uns frei. Die Strom-versorgung lief über ein Aggregat, und unter dem Tank mit dem Duschwasser brannte ein kräftiges Feuer. Wer zu spät kommt, muss, wie morgens, kalt duschen. Es gab Reitkamele und in einem Gehege ´EUROS´, das sind kleine Kangaroos.
Endlich habe ich welche gesehen, kleine zwar, aber lebende. Auch ein Helikopter, mit dem man Rundflüge über der KINGS CANYON buchen kann, gehört zu dieser Anlage.

Kings Creek Homestead

Im letzten Tageslicht kochten wir auf unseren Campingkocher wunderbare Spaghetti mit Tomaten und tranken köstliches, kaltes Bier aus der Dose. Viele Ameisen rannten über den roten Sandboden und eine ca. 1m lange Raupenschlange brachte sich in einem nahen Gestrüpp in Sicher-heit. Eine solche Schlange besteht aus vielen einzelnen, behaarten Raupen, die sich hinterein-ander hängen, um so die Vögel zu täuschen. Einzeln hätten die Raupen keine Chance einen freien Platz zu überqueren.
Die Mücken vertrieben wir mit Autan, gingen bald zum Duschen, bauten das Bett und legten uns todmüde gegen 9:pm in die Kissen.
Good Night !

Fortsetzung folgt...

 

 

 




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